Nachglühen: Leuchtkäfer-Kunst

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„Glühbahnen“ von Marianne Engel in der Stadtgärtnerei Zürich. (Foto: Markus Hofmann)

Noch bis zum 17. Juli dauert „Fireflies!“, die Leuchtkäfer-Kunstausstellung in der Zürcher Stadtgärtnerei. In dieser kleinen, aber feinen Ausstellung zeigen verschiedene Künstler Werke, bei denen sie sich von Glühwürmchen inspirieren liessen. Am besten gefällt mir die Arbeit von Marianne Engel. Sie bildet die Natur nicht mehr oder weniger verfremdend ab, sondern bei ihr wird die Natur wirklich Teil des Werks. In der Fotoserie „Glühbahnen“ macht sich Engel die Biolumineszenz der Glühwürmchen zunutze: Leuchtkäfer belichteten den Fotofilm direkt. Die Fotos überzeugen ästetisch, strahlen aber auch etwas Beunruhigendes aus. Man ahnt, wie rasch Schönheit vergeht und das Dunkle hinterlässt.

Fast ganz dunkel wird es in der „Pilzgarage“. Dort hat Engel verschiedene Objekte (Wurzeln, kleine Bäume, Hasenkadaver, Pilze) mit Leuchtpigmenten gefärbt. Erst wenn sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben, erschliesst sich dem Betrachter das schwache Glühen. Es beginnt zu leuchten, was man in der überbelichteten Zivilisation nicht (mehr) sieht.

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Es braucht etwas Geduld, bis man in der „Pilzgarage“ das Leuchten verschiedener Objekte wahrnimmt. (Bild: Markus Hofmann)

Reissaus vor dem Feuerwerk

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Zunächst versuchen sie, sich auf dem Baumwipfel niederzulassen. Doch dann erfolgt der nächste Knall, der zwischen Üetli- und Zürichberg hin- und hergeworfen wird. Die beiden Graureiher starten durch und fliegen zwei Meter über uns, die wir auf der Dachterrasse stehen, in Richtung Wald. Hinter den Graureihern steigen Dutzende von Raketen empor und entladen ihre bunte und ohrenbetäubende Fracht. Das „Züri-Fäscht“, das grösste Volksfest der Schweiz, bietet seinen Hunderttausenden von Gästen das erste von insgesamt drei Riesenfeuerwerken an diesem Wochenende.

Dass Hunde und Katze empfindlich auf Feuerwerk reagieren, wissen die meisten Tierhalter aus eigener Erfahrung. Während der Knallerei sperren sie ihre Haustiere in einen ruhigen Raum oder verlassen den Ort des Geschehens. Doch wie reagieren Wildvögel auf Grossfeuerwerke? Das Abfeuern von Petarden ist ein übliches Mittel in der Landwirtschaft, um Vögel zu vergrämen. Einen ähnlichen Effekt hat daher wohl auch das Abbrennen von Feuerwerk.

Viele Untersuchungen dazu gibt es noch nicht. In den Niederlanden konnte gezeigt werden, dass in der Silvesternacht Vogelschwärme in die Flucht getrieben wurden. Das panische Verhalten kann in der Folge zu vermehrten Kollisionen mit Immobilien führen. In den USA verzeichnete man in Silvesternächten ein Massensterben an Vogelschlafplätzen. Der Ornithologe Martin Weggler nahm sich dem Thema in Zürich an. Er wollte wissen, welchen Effekt das Silvesterfeuerwerk auf überwinternde Wasservögel im unteren Zürichsee-Becken hat. Weiterlesen

Ist Naturschutzarbeit gut für die Gesundheit?

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Soll man Menschen, denen es gesundheitlich schlecht geht, hinaus in die Natur schicken, um Bäume zu pflanzen, Biotope zu pflegen oder den Wald von Abfall zu befreien? Befördern solche sinnvolle Arbeiten eine gute Gesundheit? Bewahrt einem das Frösche-über-die-Strasse-Tragen vor Herzkreislauferkrankungen?

Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass umweltbezogene „Outdoor“-Aktivitäten neben den betreffenden Biotopen auch den involvierten Menschen gut tun. Man kommt in Kontakt mit Gleichgesinnten, hilft mit seiner als nützlich erachteten Arbeit nicht nur der Umwelt, sondern stärkt auch den Bezug zur Gemeinde, in der man lebt, und man betätigt sich körperlich. Dies alles scheint gesund zu sein. Eine „win-win“-Situation: gut für Mensch und Natur.

Doch quantiativ belegen lässt sich das (bisher) nicht. Weiterlesen

Il faut cultiver notre jardin

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Jedes Stück Wiese zählt. Albrecht Dürer: Das grosse Rasenstück (1503).

„Mais il faut cultiver notre jardin.“ Die Welt ist unverbesserlich. Aber wir müssen unseren Garten bestellen. So Voltaire im „Candide“ von 1759.

Sich darauf konzentrieren, was möglich ist. Dort anpacken, wo man wirklich etwas verändern kann. In seinem nächsten Umfeld. Denn die Zeitläufte kann ein einzelner kaum verändern.

Also die Schaufel in die Hand nehmen oder den Bagger bestellen. Und „Natur schaffen“. Die biologische Vielfalt in der Schweiz ist auf Talfahrt, obwohl seit ein paar Jahren auf politischer Ebene einiges gegen diesen Trend unternommen worden ist. Daher zählt nun jede einzelne Aktion – und sei sie noch so klein und bescheiden.

Das ist die Botschaft von „Natur schaffen“, einem soeben erschienenen Buch von Gregor Klaus und Nicolas Gattlen. Angestossen wurde es vom Forum Biodiversität Schweiz, dem Birdlife Schweiz sowie Pro Natura, unterstützt wurde das Projekt vom Bundesamt für Umwelt.

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Abfall – Nachlass des Künstlers

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„Where the Slaves Live“ von Adrian Villar Rojas in der Fondation Louis Vuitton in Paris. (Bild: Markus Hofmann)

Was hinterlässt ein Künstler der Nachwelt? Seine Werke. Bilder, Bücher, Skulpturen, Musikstücke. Doch nicht nur. Wie von allen anderen Menschen bleiben auch von ihm Spuren seines alltäglichen Lebens zurück. Gegenstände, die wie die Kunstwerke die Zeit ihres Erschaffers überdauern, die nach dem Tod aber zu Abfall werden. Kleidungsstücke, Schuhe, Utensilien aller Art.

Viele dieser Objekte bleiben genauso wie die Kunst der Nachwelt erhalten. Nichtabbaubare Plastikteile enden in der Natur, wo sie Fossil-ähnlich Jahrhunderte überdauern. Die von den Menschen verursachten Treibhausgasemissionen beeinflussen das Klima möglichweise über Jahrtausende. Nach dem Tod des Menschen wirkt seine ehemalige Präsenz lange nach. Der Mensch verschwindet nicht „wie am Meeresufer ein Gesicht im Sand“, wie Michel Foucault schrieb. Er hat sich der Erde bereits tief eingeschrieben. Weiterlesen

Der Komodowaran – PSY der Reptilienwelt

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Nach ihm wird auf Wikipedia am meisten gesucht: nach dem Komodowaran.

Adeles Superhit „Hello“ ist bisher auf Youtube 1,5 Milliarden mal aufgerufen worden, „Gangnam Style“ von PSY gar über 2,5 Millarden mal. Solche Zahlen bedeuten Beliebtheit. Und was für Musiker gilt, sollte doch auch auf Reptilien zutreffen, dachten sich Forscher der Universitäten von Oxford und Tel Aviv. Und so untersuchten sie, welche Reptilien im Jahr 2014 am meistens ins Suchfeld der Online-Enzyklopädie Wikipedia eingegeben wurden. Sie nahmen insgesamt 10’002 Artikel und deren Anklickraten unter die Lupe. Weiterlesen

Es wäre möglich: Welternährung ohne Waldverlust

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Der Erhalt der Wälder hängt von unserer Ernährungsweise ab.

Oft muss Wald weichen, wenn es Flächen für die Nahrungsmittelproduktion braucht. Ob Äcker, Plantagen oder Weiden: Sie breiten sich vielerorts auf Kosten von Wäldern aus.

Doch das müsste nicht sein. Eine ausreichende Ernährung der Weltbevölkerung im Jahr 2050 ist möglich, ohne dass die Waldfläche zurückgehen muss, wie Forscher der Alpen-Adria Universität in Klagenfurt zeigen, nachdem sie 500 verschiedene Zukunftsszenarien durchgerechnet haben. Weiterlesen

Einblick in die Fledermauswelt dank Maschinen

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Nächtlicher Ausflug von Fledermäusen. (Bild: Cliff Cooper)

Um zu wissen, was fehlt, muss man eine Ahnung davon haben, was überhaupt da ist. Bei nachtaktiven Fledermäusen ist das gar nicht so einfach. Doch zum Glück geben Fledermäuse Laute von sich, um sich zu orientieren. Teilweise liegen die Echolotungen im Hörbereich des Menschen, andernfalls kann man sie dank Technik hörbar machen.

Allerdings sind die Rufe der Fledermäuse nicht in allen Fällen leicht voneinander unterscheidbar. Doch nun ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, die ein erstaunlich gutes Ergebnis bei der Bestimmung von Fledermäusen erzielt. Weiterlesen

Hummelzucht gefährdet Wildhummeln

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Hummeln sind für die Bestäubung von Pflanzen zentral. Doch verschiedene Umweltfaktoren machen ihnen zu schaffen.

Hummeln sind längst zu Nutztieren geworden. Ihre Aufgabe besteht darin, Nutzpflanzen – insbesondere Tomaten – in Gewächshäusern zu bestäuben. Doch diese eigentlich sinnvolle Aufgabe könnte sich als fatal für ihre wilden Artgenossen herausstellen. Den wildlebenden Hummeln geht es nämlich – ähnlich wie den Bienen – schlecht. Einer der Gründe für den Hummel-Rückgang ist ein pathogener Pilz: Nosema bombi.

Für die schlechte Verfassung der nordamerikanischen Hummeln machte man bisher die europäischen Hummeln verantwortlich. Mit diesen sei eine neue Welle des Pilzes in die USA geschwappt, was zu einem starken Rückgang von Wildhummeln in den 1990er Jahren geführt habe, so die Vermutung. Doch nun zeigt sich, dass der Grund für die besorgniserregende Situation der US-Wildhummeln in den eigenen Gewächshäusern herumfliegt. Weiterlesen

Schmetterlinge im Schatten

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Das Grosse Ochsenauge schlägt sich gut: Es stellt an seine Umwelt keine allzu grossen Ansprüche.

Zum Frühlingsanfang eine gute und eine schlechte Notiz.

Zuerst die gute. In den Anden Ecuadors fand man viel mehr Spanner – eine Familie der Schmetterlinge – als bisher angenommen. Im untersuchten Gebiet von rund 25 Quadratkilometer Grösse zwischen 1020 und 3021 Meter über Meer gingen den Forschern 1857 verschiedene dieser Nachtfalter in die Lichtfalle. Zuvor bekannt waren „lediglich“ 1010. Weltweit gibt es ca. 26’000 Arten von Spannern.

Und nun die schlechte Nachricht – aus unseren Breitengraden. Zwischen 1840 und 2013 ist die Anzahl an Schmetterlingsarten in der Region um Regensburg in Bayern deutlich zurückgegangen.  Von den 117 Arten, die 1840 dokumentiert wurden, sind heute noch 71 übrig. Vor allem die Spezialisten unter den Schmetterlingen sind verschwunden, während die Generalisten ihre Bestände vergrössern konnten. Auch die Einrichtung von Naturschutzgebieten vermochte diese Entwicklung nicht ernsthaft aufzuhalten. Weiterlesen