Möwen, die die Stadt mehr lieben als das Meer

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Heringsmöwe im Anflug. (Bild: Ludovic Péron, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=15062227)

Elgin ist ein idyllisches Städtchen in Schottland. Touristische Hauptattraktion sind die Überreste einer einstmals grossen Kathedrale, die während der Reformation zerstört wurde. Weit auffälliger als die Ruine ist derzeit aber etwas anderes: Auf fast jedem Dach der Stadt sitzt eine Möwe. Andere fliegen durch die Strassen, knapp an Passanten und Autos vorbei. Die Stadt ist eine grosse Möwenkolonie. Das Geschrei ruht kaum. Es ist das letzte, was man vor dem Einschlafen hört, und in der Früh wird man wieder davon geweckt. Diese Stadt, so scheint es, gehört den Möwen, nicht den Menschen.

Vor allem Silber- und Heringsmöwen haben den Ort in Beschlag genommen. Obwohl diese eigentlich am Meer heimisch sind, scheinen sie in Elgin, das doch einige Kilometer vom Strand entfernt liegt, nichts zu vermissen.

Dass sich die Möwen in britischen Städten wohl fühlen, bestätigt nun eine Studie in „Nature“. Es geht ihnen in den Städten gar so gut, dass ihre Bestände dort zunehmen, während sie ausserhalb urbaner Gebiete, also in ihren ursprünglichen Habitaten, abnehmen.

Doch das gefällt längst nicht allen Städtern. Nicht nur der Lärm stört. Auch der Dreck, den sie (auf Autos) hinterlassen. Oder ihr manchmal aggressives Verhalten. In Ruhe Fish and Chips essen? Nicht wenn sich in der Nähe ein paar hungrige Möwen aufhalten. Weiterlesen

Hol’s der Geier: Spanische Bauern lassen die Kadaver ihrer Nutztiere wieder vermehrt auf der Weide zurück

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Den Mönchsgeiern in Spanien fehlt es häufig an Nahrung. (Bild: zoosnow/Pixabay)

Es ist ein grosser Erfolg des Naturschutzes: In den 1970er Jahren betrug der Mönchsgeier-Bestand in Spanien gerade einmal 200 Paare. Heute liegt er bei 2500 Paaren, was 96 Prozent des europäischen Bestandes entspricht. Doch steigt die Zahl der Geier, braucht es auch mehr Futter, sprich: Aas. Und dieses ist häufig Mangelware.

Üblicherweise bedienen sich die Geier nicht nur an totem Wild, sondern auch an verendeten Nutztieren wie Schafen oder Kühen. Mit der Intensivierung der Nutztierhaltung, bei der die Tiere sich nicht mehr unbedingt dort aufhalten müssen, wo ihr Futter wächst, sondern im Stall, sowie verschärften Hygienevorschriften (Stichwort BSE), die von den Bauern das Entfernen toter Nutztiere verlangen, fehlt es den Geiern aber zunehmend an Nahrung.

In der spanischen Region Kastilien und Léon sind nun aber die Regeln geändert worden. In den vergangenen vier Jahren bemühten sich Naturschützer zusammen mit den Bauern – unterstützt durch die regionale Regierung – darum, dass die Geier wieder einen besser gedeckten Tisch vorfinden. Und es funktioniert. Weiterlesen

Die Küstenseeschwalbe ist der Rekordhalter unter den Zugvögeln. Nun zeigt sich: Sie nimmt einen überraschenden Weg in den Süden (und zurück)

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Der Rekordflieger unter den Vögeln: Küstenseeschwalbe. (Bild: adriankirby/Pixabay)

Dass die Küstenseeschwalbe zu denjenigen Zugvögeln gehört, die besonders weite Strecken zurücklegen, ist bekannt, ja, sie hält gar den Rekord mit bis zu 96’000 Kilometern pro Jahr: von arktischen Gefilden in die Antarktis und zurück (oder umgekehrt, je nach Sichtweise).

Doch je länger die Strecke ist, desto schwieriger wird es, herauszufinden, welchen Weg der Vogel denn nun genau unter seine Flügel nimmt. Die Geolokatoren-Technik macht es möglich, den Zugvögeln auf die Spur zu kommen. Die ganz leichten Geräte werden den Vögeln umgebunden und messen Sonnenlicht sowie Uhrzeit. Daraus lassen sich geografische Länge und Breite errechnen (falls man den Vogel samt Geolokator wieder in die Hände bekommt).

Bisher ging man davon aus, dass Seevögel wie die Küstenseeschwalben vor allem entlang der Küsten in den Süden und wieder zurück ziehen. Denn sie fischen im Meer nach ihrer Nahrung. Doch eine Untersuchung der Newcastle University zusammen mit „BBC’s Springwatch“ zeigt jetzt Überraschendes: Die Küstenseeschwalben fliegen auch beträchtliche Strecken über Land. Weiterlesen

Der Bestand des Wanderfalken nimmt wieder ab: Daran schuld ist nicht nur der Mensch. Auch ein anderer Vogel hat es auf den rasanten Jäger abgesehen

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Der Wanderfalke: ein Jäger, der selbst gejagt wird.

Ab den 1960er Jahren fand die Katastrophe statt. Der Bestand des Wanderfalken (Falco peregrinus) brach damals in der Schweiz wie in vielen anderen Ländern regelrecht ein. Der Wanderfalke stand kurz vor dem Aussterben. Schuld daran war der Einsatz von Bioziden. Nachdem einzelne Pestizide verboten und der Wanderfalke geschützt wurde, ging es mit dem rasanten Jäger wieder bergauf. Ab den 1970er Jahren erholten sich die Bestände. Doch in den letzten Jahren ist erneut ein Rückgang feststellbar (Studie hier). Wie meistens steckt der Mensch dahinter. Doch nicht nur: Ein weiterer Grund dafür ist ein sehr starker Vogel. Weiterlesen

Überall Hühner: Das Anthropozän steht im Zeichen des Huhns

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Eine unglaubliche Zahl: 22,7 Milliarden. So viele Hühner leben derzeit auf der Welt. Gallus gallus domesticus ist nicht nur bei weitem der häufigste Vogel, er ist auch das häufigste Wirbeltier auf dem Planeten Erde. Die Ursache dafür ist der menschliche Hunger nach Fleisch. Homo sapiens mag Huhn. Es ist das am meisten gegessene Fleisch. Damit es dies werden konnte, musste das Haushuhn allerdings eine massive Veränderung durchlaufen. Weiterlesen