Vogelbestände in der Schweiz: Schlecht sieht es im Kulturland aus, gut im Wald

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Verschwunden: Der Grosse Brachvogel brütet nicht mehr in der Schweiz.

Die Buchvernissage findet zwar erst Mitte November statt. Doch mehrere Wochen, bevor das Buch erhältlich ist, bietet die Schweizerische Vogelwarte Sempach Einblick in die Resultate einer ihrer aufwendigsten Publikationen der letzten Jahre: Der neue „Schweizer Brutvogelatlas“ wird aufzeigen, wie sich die Vogelbestände zwischen 1990 und 2016 verändert haben. Der letzte Atlas erschien vor 20 Jahren.

Zwischen 2013 und 2016 haben neben dem Team der Vogelwarte über 2000 Freiwillige die Brutvögel der Schweiz aufgespürt und gezählt. Einige Befunde sind nun bereits bekannt (siehe dazu „Artenförderung Vögel Schweiz“, Rundbrief 22, August 2018; Jahresbericht „Vogelwarte 2018“; „Wo sind die Vögel hin?“, Tages-Anzeiger). Weiterlesen

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Mal was Positives: Der Mittelspecht feiert ein Comeback in der Schweiz

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Mittelspecht, hier mal an einer Birke und nicht an einer von ihm geliebten Eiche. (Bild: Marek Szczepanek)

Das nennt man wohl Übererfüllung. Vor zehn Jahren setzten sich das Bundesamt für Umwelt zusammen mit Birdlife Schweiz sowie der Schweizerischen Vogelwarte Sempach für den Mittelspecht ein Ziel: Bis 2035 sollten wieder mindestens 700 Brutpaare dieser Spechtart in der Schweiz leben. Damals schätzte man den Bestand auf rund 500 Brutpaare: ein kleiner und verletzlicher Bestand, wie es damals hiess.

Nun hat man erneut gezählt: 2016 waren es – sage und schreibe: 1696 bis 2042 Mittelspecht-Reviere, wie Martin Schuck et. al. in der neusten Ausgabe des „Ornithologischen Beobachters“ berichten (Band 115, Heft 2, Juni 2018, 91-106). Also über dreimal mehr als 2008, als der „Aktionsplan Mittelspecht Schweiz“ ins Leben gerufen wurde. Ingesamt gehen die Schätzungen davon aus, dass der Mittelspechtbestand gesamtschweizerisch seit dem Jahr 2000 um den Faktor 2 bis 2,5 zugenommen hat. Weiterlesen

Ich gab neues Leben – und malte

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Adolf Dietrich: Raben und Elstern in Winterlandschaft, 1934

„Mich fesselte das Kleine, das Detail: das Spiel des Lichtes in den Krallen eines Krähenfusses, die schimmernden Schuppen im Hochzeitskleid einer Eidechse, das nuancenreiche Farbenspiel der Härchen im Felle eines erlegten Marders, der mir in seiner toten Schönheit so leid tat. Ich gab ihm neues Leben und – malte ihn.“

Adolf Dietrich 1877-1957 Weiterlesen

Wat’n dat? – Frust und Lust der Watvogel-Beobachtung

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Steinwälzer am Strand.

Es war die totale Überforderung. Alleine – und zum ersten Mal ohne sachkundige Hilfe – stand ich am Ufer des Wattenmeers. Das auflaufende Wasser drängte Dutzende, nein, Hunderte von Vögeln auf einer immer kleiner werdenden Fläche zusammen. Mit ihren Schnäbeln stocherten die Vögel hektisch im noch nicht vom Wasser bedeckten Sand nach Nahrung. Ich zielte mit dem Fernglas mitten in das Gewühl und versuchte zu erkennen, um welche Arten es sich handelte. Dort leuchtete etwas Rotbraunes auf, hier war ein schwarzer Bauch zu erkennen, hier identifizierte ich einen langen, dort einen kurzen Schnabel. Alpenstrandläufer? Knutts? Pfuhlschnepfen? Uferschnepfen? Weiterlesen