Nur noch kleine Fische wegen Klimawandel?

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Die Klimaerwärmung könnte dazu führen, dass die Fische ihre heute üblichen Grössen nicht mehr erreichen.

Fische sind wechselwarme Tiere, oder, wie man früher sagte: Kaltblüter. Ihre Körpertemperatur ist also nicht konstant, sondern sie hängt von der Umgebung ab. Erwärmt sich das Meerwasser infolge des Klimawandels, hat dies einen direkten Einfluss auf den Organismus der Fische.

Kommt ein Fisch in wärmeres Gewässer, erhöht sich der Stoffwechsel; der Fisch benötigt mehr Sauerstoff. Die Klimaerwärmung führt nun aber dazu, dass der Sauerstoffgehalt im Ozean abnimmt. Irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem die Kiemen keinen weiteren Sauerstoff mehr aus dem Wasser aufnehmen können. Für junge Fische hat dies einschneidende Folgen. Weiterlesen

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Der Staat ist nicht Hüter der „Klima-Wahrheit“

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Teil des Titelblatts der UBA-Broschüre zum Klimawandel.

Am 24. Mai 2013 schrieb ich im NZZ-Umweltblog (online nicht mehr verfügbar): „Was bloss hat das deutsche Umweltbundesamt (UBA) geritten, als es sich entschloss, einen 118-Seiten dicken Bericht zur Klimadebatte zu publizieren? ‚Und sie erwärmt sich doch – Was steckt hinter der Debatte um den Klimawandel?‘ heisst die Propagandabroschüre, die in Deutschland derzeit für rote Köpfe sorgt.“

Inzwischen ist diese staatliche Umweltbroschüre Gegenstand eines juristischen Verfahrens geworden. Als vorerst letzte Instanz hat das Oberverwaltungsgericht Magdeburg anfangs Februar entschieden. Und zwar gegen den Umweltjournalisten Michael Miersch. Was ist geschehen?

Die UBA-Broschüre „Und sie erwärmt sich doch“ verfolgt nicht den Zweck, die Fakten zum Klimawandel verständlich und übersichtlich aufzuarbeiten. Sie ist vielmehr eine Kampfansage an sogenannte Klimaskeptiker. Weiterlesen

Konservative Vorkämpferin gegen den Klimawandel

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Margaret Thatcher (1925-2013)

Wenn am 20. Januar 2017 Donald J. Trump Präsident der USA wird, bekleidet ein Geschäftsmann das Amt, der den menschengemachten Klimawandel rundheraus in Zweifel zieht. Er nannte ihn einst einen „Schwindel“:

Berühmtheit erlangte sein Tweet, in dem er die Klimaerwärmung als eine Erfindung der Chinesen bezeichnete:

Auch wenn sein designierter Innenminister, Ryan Zinke, diesen Äusserungen in den Anhörungen widersprach oder sie zumindest relativierte: Grosse Fortschritte in der Klimapolitik sind unter Trump zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zu erwarten.

Wie im Fall von Trump finden sich Klimawandel-Skeptiker meistens auf der rechten politischen Seite. Historisch gesehen war das allerdings nicht immer so. Es waren gerade auch Konservative und alles andere als grün-linke Politiker, die mahnten, das Problem des Klimawandels ernst zu nehmen. Weiterlesen

Im Netz des Lebens: eine neue Humboldt-Biografie

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Alexander von Humboldt (Bild: Joseph Karl Stieler).

„Wohin der Blick des Naturforschers dringt, ist Leben oder Keim zum Leben verbreitet.“ Alexander von Humboldt, von dem dieser Satz stammt, steht seit Wochen weit oben auf den Bestseller-Listen. Schon wieder, ist man versucht zu sagen. Bereits vor ein paar Jahren gelangte Humboldt (damals zusammen mit dem Mathematiker Carl Friedrich Gauss) in die obersten Verkaufsränge. Grund war damals der Erfolgsroman „Die Vermessung der Welt“ von Daniel Kehlmann (verfilmt 2012). Den neuerlichen Erfolg verdankt der weitgereiste Universalgelehrte (1769 bis 1859) der Historikerin und Sachbuchautorin Andrea Wulf. Ihre Humboldt-Biografie „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ verkauft sich bestens und hat vor allem im englischen Sprachraum etliche Preise eingeheimst (das Original erschien in englischer Sprache).

Zu Recht. Wulf hat eine höchst lesenswerte Biografie geschrieben. Kundig recherchiert und packend erzählt. Neben der Erinnerung an einen fast unvorstellbar neugierigen, mutigen und produktiven Menschen ist es das Hauptanliegen von Wulf, Humboldt als Vater des Umweltschutzes zu zeichnen. Dieses Bild ist allerdings nicht ganz neu. Weiterlesen

DiCaprios Klima-Lektion

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Leonardo DiCaprio in „Before The Flood“. (Screenshot: National Geographic/Youtube)

Leonard DiCaprio ist nicht nur ein preisgekrönter Filmstar. Er ist auch ein Friedensbotschafter der Uno, der sich in dieser Funktion besonders des Klimawandels annehmen soll. Ein Produkt seines Tuns auf internationaler politischer Ebene ist gerade erschienen. Im Dokumentarfilm „Before The Flood“ reist er auf der Suche nach Lösungen für den Klimawandel rund um die Erde. Der Film steht im Internet für eine Woche gratis zur Verfügung.

Als Prominenter der höchsten Preisklasse sowie Uno-Botschafter hat DiCaprio Zugang zu den Mächtigsten dieser Welt. Dieses Privileg nutzt DiCaprio. Anders als etwa im Film „Tomorrow“ interessiert DiCaprio weniger, was die Menschen in ihrem Alltag wirklich tun, um den Umweltverschlechterungen etwas entgegenzusetzen. Er holt vielmehr die Meinungen von Elon Musk, John Kerry, Obama oder dem Papst ab. Und klar: Er widerspricht diesen nicht.

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Ökosünden beichten? Besser gleich verzichten

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Gesündigt? Dann ab zur Beichte. (Bild Markus Hofmann)

Oje, nun gibt es einen „Ökobeichtstuhl“. Die Verbindung von „Öko“ und Religion wird gerne von denjenigen gezogen, die ökologisches Handeln als reine Glaubenssache und damit als im Grunde überflüssig abtun. Auch sogenannte Zukunftsforscher haben im „Ökologismus“ schon die neue „Weltrettungsreligion“ erkannt. Doch der Ökobeichtstuhl stammt weder von Öko-Kritikern noch von Hellsehern. Gebaut haben ihn Forscher der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (Institut für Umwelt und natürliche Ressouren). Derzeit steht er im neuen Kulturpark in Zürich. Weiterlesen

Umweltverbände wollen Verunsicherung nach Brexit nutzen

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Der Brexit hat die EU erschüttert. Ihr Sinn und Zweck werden wie selten zuvor hinterfragt. Am 16. September treffen sich die Spitzen von 27 EU-Ländern (also ohne Grossbritannien) in Bratislava, um informell über die Zukunft der EU zu sprechen. Ein guter Zeitpunkt also für verschiedenste Lobbygruppen, ihre Interessen ins Spiel zu bringen. Und so haben sich auch die 10 grössten Umweltverbände, die „Green 10“, an die EU gewandt und ihre Prioritäten formuliert. In Zeiten der Verunsicherung hoffen sie, die Anliegen des Umweltschutzes (wieder) zu einer tragenden Säule der EU-Politik zu machen. Weiterlesen