Wir sind wie Albatrosse, die lebendigen Leibes von Mäusen angefressen werden

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Ein Tristan-Albatros-Küken auf Gough Island. Ihm drohen unbekannte Gefahren: Mäuse. (Screenshot Birdlife International)

Sie sind ihnen schutzlos ausgeliefert. Denn sie wissen nicht, wie ihnen geschieht. Albatrosküken und nistende Albatroseltern werden auf abgelegenen Inseln von Mäusen bei lebendigem Leibe angefressen. Die Albatrosse verbluten oder sterben an den infizierten Wunden. Die Vögel wehren sich nicht gegen die viel kleineren Mäuse. Diese Nager sind etwas völlig Neues für sie. Während Jahrtausenden mussten sie sich nie gegen solche Feinde wehren. Doch die Mäuse kamen mit Seefahrern auf die Inseln und bedrohen nun die Albatrosse. Videos zeigen Albatrosse, die die Mausattacken beinahe regungslos über sich ergehen lassen (nichts für Zartbesaitete).

Die Evolution hat die Albatrosse nicht auf diese neue Gefahr vorbereitet.

Womit wir beim Menschen wären.

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Mal was Positives: Der Mittelspecht feiert ein Comeback in der Schweiz

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Mittelspecht, hier mal an einer Birke und nicht an einer von ihm geliebten Eiche. (Bild: Marek Szczepanek)

Das nennt man wohl Übererfüllung. Vor zehn Jahren setzten sich das Bundesamt für Umwelt zusammen mit Birdlife Schweiz sowie der Schweizerischen Vogelwarte Sempach für den Mittelspecht ein Ziel: Bis 2035 sollten wieder mindestens 700 Brutpaare dieser Spechtart in der Schweiz leben. Damals schätzte man den Bestand auf rund 500 Brutpaare: ein kleiner und verletzlicher Bestand, wie es damals hiess.

Nun hat man erneut gezählt: 2016 waren es – sage und schreibe: 1696 bis 2042 Mittelspecht-Reviere, wie Martin Schuck et. al. in der neusten Ausgabe des „Ornithologischen Beobachters“ berichten (Band 115, Heft 2, Juni 2018, 91-106). Also über dreimal mehr als 2008, als der „Aktionsplan Mittelspecht Schweiz“ ins Leben gerufen wurde. Ingesamt gehen die Schätzungen davon aus, dass der Mittelspechtbestand gesamtschweizerisch seit dem Jahr 2000 um den Faktor 2 bis 2,5 zugenommen hat. Weiterlesen

Vor diesem Porträtisten sind alle Tiere gleich

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Schneegeier aus dem Buch „Birds of the Photo Ark“ von Joel Sartore.

Sein Ziel ist ehrgeizig. Der amerikanische Fotograf Joel Sartore will alle in Zoos gehaltenen Tierarten vor seine Kamera bringen. Das wären rund 12’000 Arten. Sein Augenmerk gilt vor allem gefährdeten Arten. Den mittelamerikanischen Laubfrosch Ecnomiohyla rabborum hatte er fotografiert, kurz bevor dieser ausstarb.

„Photo Ark“ heisst Sartores Projekt, das der unter anderem für National Geographic arbeitende Journalist 2005 startete. Etwa 6500 Tiere, die sich in menschlicher Obhut befinden, hat Sartore bisher in rund 40 Ländern fotografiert. Er schätzt, dass er nochmals 15 Jahre benötigt, bis er sie alle porträtiert hat. Weiterlesen

Massenaussterben – übrig bleiben nur Worte

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Der Dodo, Ausschnitt eines Bildes von Mansur (Hermitage, St. Petersburg)

Manche Dodos sollen einfach sitzen ge- / Blieben sein, sich mit Stöcken erschlagen lassen haben

Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben. Die natürliche Aussterberate wird derzeit um das 1000-Fache überschritten. Arten verschwinden, bevor wir sie überhaupt kennengelernt haben. Andere rafft es vor unserer eigenen Haustüre hinweg. Der Hauptgrund für das „übernatürliche“ Aussterben: der Mensch.

Diesem redet der Dichter Mikael Vogel ins Gewissen. Seinen neuesten Gedichtband „Dodos auf der Flucht“ widmet er ausgestorbenen sowie vom Aussterben bedrohten Tieren – und ein ganzes Kapitel dem titelgebenden Dodo, dem sagenumwobenen Vogel, der Ende des 17. Jahrhunderts auf Mauritius, wo er heimisch war, endgültig von dannen ging. Von Menschen eingeschleppte Ratten, Affen und Haustiere machten dem flugunfähigen Vogel den Garaus. Weiterlesen

Ein Jahr hinter den Churer Wölfen her

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Der Naturfotograf Peter Dettling auf der Suche nach den Wölfen am Calanda. (Screenshot Trailer „Einmal um die Sonne mit den Calanda Wölfen“)

Auch ein missglücktes Unterfangen kann zu einem erfreulichen Ergebnis führen. Eigentlich wollte der Bündner Naturfotograf Peter Dettling 2013 für das Schweizer Fernsehen das Leben einer Wolfsfamilie am Calanda dokumentieren. Doch wer Wölfe in der Wildnis beobachten will, braucht nicht nur viel Glück, sondern auch viel Geduld. Das weiss auch Dettling, der sich auf das Fotografieren von Wölfen spezialisiert hat (allerdings nicht in der Schweiz, sondern in Kanada, seiner zweiten Heimat). Wenig überraschend scheiterte daher der zehntägige Ausflug mit dem Schweizer Fernsehen in die Berge bei Chur. Doch Dettling, dem 2006 das erste Bild eines wieder in die Schweiz eingewanderten Wolfs gelungen war, wollte den Calanda noch nicht verlassen. Und es lohnte sich: Kaum war das Filmteam abgereist, vernahm Dettling das Geheul junger Wölfe. Weiterlesen