Windenergie oder Wanderfalke: Das Bundesgericht spricht ein Urteil im Interessenkonflikt von Klima- und Biodiversitätsschutz

Windenergieanlagen verursachen Schlagopfer unter Vögeln und Fledermäusen. (Bild: patmueller/Pixabay)

Es ist einer der grossen Konflikte unserer Zeit. Und es ist ein Konflikt, der auch die Umweltschützer zu spalten droht: Wie vertragen sich die Erfordernisse des Klimaschutzes mit denjenigen des Biodiversitätsschutzes?

Der Umbau des Energiesystems weg von der fossilen Energie geht einher mit einem massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Beispielhaft zeigt sich dies beim Bau von Windkraftwerken. Da kommen sich Klima- und Vogelschützerinnen regelmässig in die Quere. (Was nicht ausschliesst, dass die (meisten) Klimaschützer auch Vogelschützer sind – und umgekehrt. Das lässt die Konflikte aber nicht verschwinden.)

Ein Schauplatz dieses Streits liegt auf dem Grenchenberg im Schweizer Jura.

Dort planten die Städtischen Werke Grenchen sechs Windenergieanlagen. Dies missfiel den Vogelschützern, die Beschwerde einlegten und bis vor das Bundesgericht gelangten. Das höchste Gericht der Schweiz hat sein Urteil bereits im vergangenen November gefällt. Doch nun liegt die schriftliche Begründung vor. Sie liest sich wie die Blaupause für den Umgang mit der Klima- und Biodiversitätskrise.

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Katzen töten 30 Millionen Vögel in der Schweiz – pro Jahr

Vielen Menschen eine Freude, vielen Vögeln gar nicht: Hauskatzen in freier Wildbahn. (Bild: mizekieze/Pixapay)

Die Katze ist aus dem Sack. Nun gibt es eine offizielle Schätzung, wie viele Vögel in der Schweiz jährlich in den Fängen von Hauskatzen enden. Es sind 30 Millionen.

Dies ist einer Antwort des Bundesrates auf eine Frage des grünliberalen Nationalrats François Pointet zu entnehmen. Bei über 1.7 Millionen Katzen (Tendenz weiterhin steigend), die in der Schweiz leben, ist diese hohe Zahl nicht völlig überraschend. Eine oft zitierte Studie kam 2013 zum Schluss, dass Hauskatzen in den USA jährlich 1.3 bis 4 Milliarden Vögel töten.

Auch wenn dies viel Katzen-Liebhaber nicht gerne hören: Hauskatzen gehören zu den schlimmsten invasiven Arten weltweit. (Wenn man den Menschen einmal von dieser Liste ausnimmt.)

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Michael Moore knöpft sich die Umweltbewegung vor. Viel Neues fördert er aber nicht zu Tage

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Sondermüll: Windkraftwerke lassen sich nach Gebrauch nicht vollständig rezyklieren. (Bild: Alfred Derks/Pixabay)

Der Filmemacher und Oscarpreisträger Michael Moore sorgt wieder einmal für Ärger. Dieses Mal allerdings nicht auf der politisch rechten, sondern auf der links-grünen Seite. Seit dem 21. April 2020, dem Tag vor „Earth Day“, präsentiert Moore sein neuestes Produkt (während 30 Tagen gratis) auf Youtube: „Planet of the Humans“. (Die Anspielung auf „Planet of the Apes“ ist sogar im Schriftbild ersichtlich.)

Bereits ist der Film über 2,2, Millionen mal angeglickt worden. Regie geführt hat der langjährige Mitarbeiter von Moore, Jeff Gibbs. Daher sehen wir nicht Moore, sondern Gibbs in der Rolle des hartnäckigen Aufdeckers mieser Machenschaften.

Die miesen Machenschaften findet Gibbs nun bei den Grünen und der Umweltbewegung in den USA. Die erneuerbaren Energien würden die Welt nicht retten. Und die Umweltbewegung habe sich von Milliardären wie Micheal Bloomberg und Richard Branson kaufen lassen und so die eigene Sache verraten. So lauten die Anklagepunkte.

Ikonen der (amerikanischen) Umweltbewegung machen dabei keine besonders gute Figur. Bill McKibben, Autor von „The End of Nature“ und Gründer der Klimabewegung 350.org, kommt arg ins Stottern, als er gefragt wird, wer denn seine Organisation finanziell unterstütze. (McKibben hat inzwischen Stellung zum Film genommen und die an ihn erhobenen Vorwürfe zurückgewiesen.)

Während die Reaktionen auf der links-grünen Seite teilweise harsch ausfallen (gar von „Ökofaschismus“ ist die Rede, weil das Thema „Überbevölkerung“ (völlig zu Recht) kurz angesprochen wird), jubilieren Rechte, Klimaleugner sowie diejenigen, die den erneuerbaren Energien schon immer kritisch gegenüber gestanden sind. Weiterlesen

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„The Zürich Load“ von Mike Bouchet an der Manifesta im Löwenbräu-Areal in Zürich. (Bild Markus Hofmann)

Es ist das Werk, das an der Manifesta in Zürich am meisten zu reden gibt: „The Zürich Load“ von Mike Bouchet. Wer am 24. März 2016 in der Stadt Zürich auf die Toilette ging, ist hier, wenn man so will: verewigt. 80 Tonnen Klärschlamm, die an diesem Tag anfielen, hat Bouchet zu Quadern gepresst und zu einer Skulptur gefügt. Auch wenn Bouchet und Mitarbeiter der Kläranlage Werdhölzli viel unternommen hatten, um den Gestank zu beseitigen, so sorgte dieser zu Beginn der Ausstellung für Aufregung im Quartier. Derzeit liegt nur noch ein leichter Ammoniakgeruch in der Luft der Halle im schicken Löwenbräu-Areal. Die Hinweise auf die Ungefährlichkeit des Werks sowie die Möglichkeit, die Kot-Skulptur auch von der anliegenden Terrasse aus zu betrachten, wirken etwas übertrieben. Doch das mag an der Nase des Betrachters liegen. Weiterlesen