Leonardo DiCaprio in „Before The Flood“. (Screenshot: National Geographic/Youtube)
Leonard DiCaprio ist nicht nur ein preisgekrönter Filmstar. Er ist auch ein Friedensbotschafter der Uno, der sich in dieser Funktion besonders des Klimawandels annehmen soll. Ein Produkt seines Tuns auf internationaler politischer Ebene ist gerade erschienen. Im Dokumentarfilm „Before The Flood“ reist er auf der Suche nach Lösungen für den Klimawandel rund um die Erde. Der Film steht im Internet für eine Woche gratis zur Verfügung.
Als Prominenter der höchsten Preisklasse sowie Uno-Botschafter hat DiCaprio Zugang zu den Mächtigsten dieser Welt. Dieses Privileg nutzt DiCaprio. Anders als etwa im Film „Tomorrow“ interessiert DiCaprio weniger, was die Menschen in ihrem Alltag wirklich tun, um den Umweltverschlechterungen etwas entgegenzusetzen. Er holt vielmehr die Meinungen von Elon Musk, John Kerry, Obama oder dem Papst ab. Und klar: Er widerspricht diesen nicht.
Gesündigt? Dann ab zur Beichte. (Bild Markus Hofmann)
Oje, nun gibt es einen „Ökobeichtstuhl“. Die Verbindung von „Öko“ und Religion wird gerne von denjenigen gezogen, die ökologisches Handeln als reine Glaubenssache und damit als im Grunde überflüssig abtun. Auch sogenannte Zukunftsforscher haben im „Ökologismus“ schon die neue „Weltrettungsreligion“ erkannt. Doch der Ökobeichtstuhl stammt weder von Öko-Kritikern noch von Hellsehern. Gebaut haben ihn Forscher der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften (Institut für Umwelt und natürliche Ressouren). Derzeit steht er im neuen Kulturpark in Zürich. Weiterlesen →
Am Boden liegen ein toter Wanderfalke und eine leblose Taube. Oder man findet – abseits von Gebäuden mit grossen Fenstern, mit denen Vögel zusammengestossen sein könnten – mehrere verendete Greifvögel. Oder man beobachtet eine Taube, die einen eigenartig und unnatürlich verschmutzten Nacken aufweist – pink-, violett-, blau- oder grünfarbig. Oder eine Taube flattert – möglicherweise in der Nähe eines Taubenschlags – unbeholfen umher, da ihre Flügel- oder Schwanzfedern kupiert sind. Dann ist der Griff zum Telefon angezeigt: Polizei (Tel. 117) und BirdLife Schweiz (Tel. 0444577020, wanderfalke@birdlife.ch) sind zu informieren. Denn möglicherweise liegen Fälle von vorsätzlicher Vergiftung von Greifvögeln vor. Ein Offizialdelikt, dem die Ermittlungsbehörden nachgehen müssen. Weiterlesen →
Marc Chardonnens, Direktor des Bundesamtes für Umwelt (Foto: Heike Grasser/Ex-Press/Bafu)
Bisher hat der neue Direktor des Bundesamtes für Umwelt (Bafu), Marc Chardonnens, den Medien noch kaum Interviews gewährt. Ein Gespräch, das er der amtsinternen Medienabteilung gab und das auf der Bafu-Website erschien, sorgte im Frühling für erhöhte Aufmerksamkeit. Zum Thema Abfall befragt, sagte er etwa: „Wir müssen (…) unseren Konsum mässigen. (…) Unsere Gesellschaften müssen sich trauen, nach dem Sinn des Konsums zu fragen.“ Sofort wurde ihm dies als Zustimmung zur Initiative für eine „Grüne Wirtschaft“ ausgelegt. Seine Chefin, Umweltministerin Doris Leuthard, sowie ihre Bundesratskollegen, lehnten das Volksbegehren ab; dem schloss sich Chardonnens als loyaler Amtsdirektor an. Im September ist die Initiative der Grünen deutlich abgelehnt worden. Zudem stand er dem „Journal du Jura“ im April kurz Red und Antwort (online nicht verfügbar). Das erste längere Gespräch in deutscher Sprache ist nun im „Ornis“, der Zeitschrift von BirdLife Schweiz, erschienen (nur print). Darin setzt sich Chardonnens das Ziel, während seiner Amtszeit den Aktionsplan Biodiversität zu verabschieden. Weiterlesen →
Schleiereule: Freund jedes Bauern, frisst sie doch Unmengen an Mäusen.
„Dann schmieden sie Pflugscharen aus ihren Schwertern und Winzermesser aus ihren Lanzen“, heisst es in der Bibel. Oder zeitgenössisch ausgedrückt: Dann bauen sie aus Munitionskisten Nistkästen. Das geschieht tatsächlich. Und zwar in Israel.
Seit den 1980er Jahren werden in Israel Schleiereulen (und in letzter Zeit auch Turmfalken, die im Gegensatz zu den Eulen tagsüber jagen) angesiedelt, um Schädlinge zu bekämpfen. Denn ein Schleiereulenpaar vertilgt zusammen mit seinen Jungen jährlich 2000 bis 5000 Nagetiere, die sich an der Ernte der Bauern gütlich tun. Mit der natürlichen Bekämpfungsmassnahme konnte der Einsatz von giftigen Pestiziden in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt werden. Weiterlesen →
„The Zürich Load“ von Mike Bouchet an der Manifesta im Löwenbräu-Areal in Zürich. (Bild Markus Hofmann)
Es ist das Werk, das an der Manifesta in Zürich am meisten zu reden gibt: „The Zürich Load“ von Mike Bouchet. Wer am 24. März 2016 in der Stadt Zürich auf die Toilette ging, ist hier, wenn man so will: verewigt. 80 Tonnen Klärschlamm, die an diesem Tag anfielen, hat Bouchet zu Quadern gepresst und zu einer Skulptur gefügt. Auch wenn Bouchet und Mitarbeiter der Kläranlage Werdhölzli viel unternommen hatten, um den Gestank zu beseitigen, so sorgte dieser zu Beginn der Ausstellung für Aufregung im Quartier. Derzeit liegt nur noch ein leichter Ammoniakgeruch in der Luft der Halle im schicken Löwenbräu-Areal. Die Hinweise auf die Ungefährlichkeit des Werks sowie die Möglichkeit, die Kot-Skulptur auch von der anliegenden Terrasse aus zu betrachten, wirken etwas übertrieben. Doch das mag an der Nase des Betrachters liegen. Weiterlesen →
Der Brexit hat die EU erschüttert. Ihr Sinn und Zweck werden wie selten zuvor hinterfragt. Am 16. September treffen sich die Spitzen von 27 EU-Ländern (also ohne Grossbritannien) in Bratislava, um informell über die Zukunft der EU zu sprechen. Ein guter Zeitpunkt also für verschiedenste Lobbygruppen, ihre Interessen ins Spiel zu bringen. Und so haben sich auch die 10 grössten Umweltverbände, die „Green 10“, an die EU gewandt und ihre Prioritäten formuliert. In Zeiten der Verunsicherung hoffen sie, die Anliegen des Umweltschutzes (wieder) zu einer tragenden Säule der EU-Politik zu machen. Weiterlesen →
„Umbelliferae“ von Barbara Gschwind an der LandArt 2016 im Binntal. (Bild: Markus Hofmann)
Das Oberwallis ist weiss gesprenkelt. Auf grünen Weiden reckt sich der Bärenklau empor. Auch an steilen Hängen, wo keine Tiere mehr das Gras fressen, zeigen Doldengewächse ihre hellen Blütenstände: Das Laserkraut erobert sich Wiese um Wiese zurück, sobald die Beweidung durch Schafe aufgegeben worden ist. Das Weiss der regenschirmförmigen Dolden korrespondiert mit den Schneespitzen der Walliser Berge und den darüber hinziehenden Wolken.
Diese Pflanzenfamilie, die die Landschaft prägt, hat die Luzerner Künstlerin Barbara Gschwind zu ihrem Motiv gemacht. Auf Felswände hat sie mit weisser Farbe «Umbelliferae», wie die Doldengewächse lateinisch heissen und wie auch der Titel von Gschwinds Werk lautet, in Übergrösse gemalt: mit klarem, einfachem Strich, dafür umso wirkungsvoller. Die Blumen, die an Höhlenmalereien erinnern, sind einer von insgesamt 15 Beiträgen zur diesjährigen «LandArt Twingi» im Landschaftspark Binntal. Heuer findet diese jährliche Open-Air-Ausstellung zum zehnten Mal statt.
Schauplatz ist die Twingischlucht, die einstige Pièce de Résistance des Binntals. Seit Mitte der 1960er Jahre lassen die Autofahrer auf ihrem Weg nach Binn die Schlucht dank einem Tunnel rechts liegen. Die alte, nicht asphaltierte Strasse ist zum Wanderweg und zur Mountainbike-Strecke geworden – und beherbergt im Sommer die «LandArt». Eigentlich bedürfte diese enge Schlucht keiner zusätzlichen Inszenierung. Die fast senkrechten, von Steinschlag und Lawinenniedergängen zerfurchten Felswände, die alten Föhren, die Wasserfälle, die ihre Fracht in die Binna entladen, an deren schattigen Ufern auch im Sommer noch Schnee liegt, sind eindrücklich genug. Am vielversprechendsten ist daher diejenige Kunst, die schon gar nicht den Versuch wagt, dem Grandiosen der Umgebung Gleichartiges gegenüberzustellen, sondern die den Blick für Details öffnet. Weiterlesen →
Der Brexit werde den Umweltschutz in Grossbritannien schwächen. Zu diesem Schluss kam das Institute for European Environmental Policy (IEEP) vor der Abstimmung vom 24. Juni 2016. Wie präsentiert sich die Ausgangslage nun mit etwas Abstand zu diesem historischen Tag? Ein einheitliches Bild lässt sich nicht zeichnen. Vieles wird unsicher bleiben, bis die Ablösung Grossbritanniens von der EU vollzogen ist. Wie diese Ablösung aussieht, ist bisher schlicht nicht klar. Die Möglichkeiten reichen von der völligen Abschottung bis zum Verbleib in der EU, falls der Brexit scheitern sollte. Weiterlesen →
Steinadler im Museo Ciäsa Granda in Stampa. (Bild Markus Hofmann)
Da ist grosse Kunst (fast) zur Nebensache geworden. Angezogen von einem prägenden Künstler des letzten Jahrhunderts, entdecke ich eine prächtige ornithologische Sammlung mitten in den Alpen.
Das Bergell, das südliche Bündner Tal, feiert derzeit einer seiner grossen Künstler. Vor 50 Jahren starb Alberto Giacometti, der 1901 in Borgonovo zur Welt gekommen war. Höhepunkt der Ausstellung zum Gedenkjahr ist das Atelier Giacomettis in Stampa, das sich erstmals öffentlich besichtigen lässt. Und selbstverständlich werden Werke von Giacometti gezeigt, vor allem solche, die im Bergell entstanden sind. Wer Giacometti mag, ist von den Porträts, Stillleben und Landschaftsbildern im Museo Ciäsa Granda in Stampa mehr als angetan.
Das Museo Ciäsa Granda ist aber mehr als ein Kunstmuseum. Es ist auch das Bergeller Talmuseum, das Geschichte und altes Handwerk dokumentiert und über eine beachtliche geologische Abteilung verfügt. Natürlich dürfen auch Wolf und Bär nicht fehlen. Vor allem aber bietet das Museum eine überraschend umfangreiche ornithologische Sammlung. Nicht nur die einheimischen Vogelarten finden sich in rund 50 Dioramen präsentiert. Auch etliche „ausserbergellische“ Arten wie Grossmöwen und Limikolen sind zu sehen. Weiterlesen →