Der Komodowaran – PSY der Reptilienwelt

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Nach ihm wird auf Wikipedia am meisten gesucht: nach dem Komodowaran.

Adeles Superhit „Hello“ ist bisher auf Youtube 1,5 Milliarden mal aufgerufen worden, „Gangnam Style“ von PSY gar über 2,5 Millarden mal. Solche Zahlen bedeuten Beliebtheit. Und was für Musiker gilt, sollte doch auch auf Reptilien zutreffen, dachten sich Forscher der Universitäten von Oxford und Tel Aviv. Und so untersuchten sie, welche Reptilien im Jahr 2014 am meistens ins Suchfeld der Online-Enzyklopädie Wikipedia eingegeben wurden. Sie nahmen insgesamt 10’002 Artikel und deren Anklickraten unter die Lupe.

Besonders angezogen sind Menschen offenbar von Reptilien, die ihnen gefährlich werden können, die weitverbreitet, gross oder auch gefährdet sind. Über alle Sprachen hinweg ist der Komodowaran ( (Varanus komodoensis) der Spitzenreiter – er ist der PSY der Reptilienwelt und führt die Rangliste mit 2’014’932 Pageviews auf Wikipedia im Jahr 2014 an. Dann folgen auf der Weltrangliste die Kreuzotter (Vipera berus) und das Leistenkrokodil (Crocodylus porosus).

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Nicht ungefährlich für den Menschen und daher ein häufig gewähltes Stichwort: das Leistenkrokodil.

Je nach Sprache und Region weichen die Rankings ab. In Japan taucht etwa die Japanische Mamuschi (Gloydius blomhoffii),  eine Giftschlange, an der Spitze auf. Und in der englischsprachigen Welt nimmt die Schwarze Mamba (Dendroaspis polylepis) nach dem Komodowaran den zweiten Platz ein.

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Superlative ziehen immer. Die Schwarze Mamba ist die längste Giftschlange Afrikas.

Sogenannte Flaggschiffarten spielen im Naturschutz eine wichtige Rolle. Arten, die eine wegen ihrer Attraktivität grosse Aufmerksamkeit auf sich ziehen, selber aber vielleicht gar nicht besonders stark bedroht sind, dienen als Maskottchen für Umweltschutzorganisationen. Bekannteste Flaggschiffart ist der Grosse Panda, das Logo des WWF.

Schützt man die Flaggschiffarten, so profitieren davon auch andere Arten – so die allerdings umstrittene Idee. Kritiker meinen, man sollte weniger auf die Präferenz des menschlichen Geschmacks denn auf die wirklichen Bedrohungen achten. Denn die finanziellen Mittel für den Naturschutz seien limitiert und sollten daher möglichst effizient eingesetzt werden.

© Markus Hofmann

 

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