
Es gehört noch immer zum Faszinierendsten: Wie sich Tiere – und insbesondere Vögel – orientieren. Bei Zugvögeln spielen etwa die Gene eine Rolle, indem ein genetisches Programm Zugrichtung und -entfernung bestimmen. Auch dienen Sonne und Sterne als Kompass. Vögel können sich zudem Landmarken einprägen und mithilfe dieser navigieren. Auch anhand von Gerüchen finden sie ihren Weg.
Doch Tiere können sich auch orientieren, wenn das Sehen und Riechen eingeschränkt ist. Sie haben noch einen weiteren Sinn. So ist seit längerem bekannt, dass sich Zugvögel und Brieftauben mithilfe des Erdmagnetfelds zurechtfinden können.
Augen, Schnabel… oder doch wo anders?
Doch wie genau sie das Magnetfeld wahrnehmen, ist umstritten. Die eine Theorie siedelt die Wahrnehmung in den Augen an. Dank lichtempfindlicher Moleküle könnten Vögel das Erdmagnetfeld „sehen“. Die konkurrierende Theorie konzentriert sich auf den (Ober-)Schnabel, in dem magnetische Partikel vermittelt über Nerven ins Hirn dem Vogel den richtigen Weg weisen. Ausserdem gibt es noch eine eher theoretische Annahme, die auf biophysikalischen Mechanismen beruht.
Nun kommt eine neue Hypothese hinzu. Sie bestätigt einen Eindruck, der einem bei der Vogelbeobachtung beschleicht: Dass sich die Vögel „aus dem Bauch“ heraus zu orientieren wissen.
Und in der Tat: Magnetsensoren in der Leber könnten sozusagen der innere Kompass der Vögel sein. Dies geht aus einer soeben in Science erschienen Studie von Clivia Lisowski et. al. hervor (siehe auch die Mitteilung des Max-Planck-Instituts).
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