Schmetterlinge im Schatten

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Das Grosse Ochsenauge schlägt sich gut: Es stellt an seine Umwelt keine allzu grossen Ansprüche.

Zum Frühlingsanfang eine gute und eine schlechte Notiz.

Zuerst die gute. In den Anden Ecuadors fand man viel mehr Spanner – eine Familie der Schmetterlinge – als bisher angenommen. Im untersuchten Gebiet von rund 25 Quadratkilometer Grösse zwischen 1020 und 3021 Meter über Meer gingen den Forschern 1857 verschiedene dieser Nachtfalter in die Lichtfalle. Zuvor bekannt waren „lediglich“ 1010. Weltweit gibt es ca. 26’000 Arten von Spannern.

Und nun die schlechte Nachricht – aus unseren Breitengraden. Zwischen 1840 und 2013 ist die Anzahl an Schmetterlingsarten in der Region um Regensburg in Bayern deutlich zurückgegangen.  Von den 117 Arten, die 1840 dokumentiert wurden, sind heute noch 71 übrig. Vor allem die Spezialisten unter den Schmetterlingen sind verschwunden, während die Generalisten ihre Bestände vergrössern konnten. Auch die Einrichtung von Naturschutzgebieten vermochte diese Entwicklung nicht ernsthaft aufzuhalten.

Zu schaffen machen vielen Schmetterlingsarten neben dem Klimawandel die Übermengen an reaktivem Stickstoff in der Umwelt. Die Verbrennung fossiler Energieträger, der massive Einsatz von Dünger sowie der Anbau von Hülsenfrüchten sind dafür die Ursachen.

Selbst den wärmeliebenden Arten, denen der Klimawandel eigentlich entgegenkommen sollte, geht es nicht besonders gut. Denn wegen der Überversorgung mit Stickstoff wachsen die Pflanzen rascher, was wiederum mehr Schatten am Boden verursacht – zu viel für die Sonnenanbeter unter den Schmetterlingen.

© Markus Hofmann

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