Einblick in die Fledermauswelt dank Maschinen

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Nächtlicher Ausflug von Fledermäusen. (Bild: Cliff Cooper)

Um zu wissen, was fehlt, muss man eine Ahnung davon haben, was überhaupt da ist. Bei nachtaktiven Fledermäusen ist das gar nicht so einfach. Doch zum Glück geben Fledermäuse Laute von sich, um sich zu orientieren. Teilweise liegen die Echolotungen im Hörbereich des Menschen, andernfalls kann man sie dank Technik hörbar machen.

Allerdings sind die Rufe der Fledermäuse nicht in allen Fällen leicht voneinander unterscheidbar. Doch nun ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, die ein erstaunlich gutes Ergebnis bei der Bestimmung von Fledermäusen erzielt.

Geleitet von Forschern der University of Cambridge und der Zoological Society of London wurde eine Bibliothek mit Referenz-Rufen von Fledermäusen Mexikos erstellt. In Mexiko kommen etwa 130 Fledermausarten vor. Von 59 Arten sind die Rufe in diesem Projekt registriert worden. Insgesamt nahmen die Forscher dazu 4685 Rufe von 1378 Individuen auf.

Dieses Material dient dazu, die Laute der Fledermäuse automatisch den jeweiligen Arten zuzuordnen. Dabei helfen moderne, auf selbstlernenden Algorithmen basierende Softwareprogramme. Veränderungen in den Fledermauspopulationen lassen sich auf diese Weise vergleichsweise leicht verfolgen.

Die Ruf-Bibliothek liefert akzeptable Resultate: Auf der Ebene der Arten liegen die Treffer bei 72 Prozent, auf der Ebene der Familie gar bei 91,7, auf der Gattungsebene bei 77,8 und auf der Ebene der Gilde (Gruppe von Arten, die vergleichbare Ressourcen nutzt) bei 82,5 Prozent.

Auch soll die Bevölkerung aufgerufen werden, am Aufbau der Fledermaus-Bibliothek mitzuarbeiten. Auf Bat Detective können die Fledermaus-Rufe dann abgeglichen werden.

Ins heimliche Leben der Fledermäuse kann man auch in unseren Breitengraden mit einer kleinen Maschine leicht Einblick erhalten. Zum Aufspüren von Fledermäusen benutze ich einen Batscanner der Elekon AG. Man erhält ihn über die Stiftung für den Schutz der Fledermäuse Schweiz  für rund 240 Franken.

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Zum Aufspüren von Fledermäusen: Batscanner. (Bild Markus Hofmann)

Man muss dafür gar nicht genau wissen, wo Fledermäuse vorkommen. Es genügt, im Sommer beim Abendessen draussen den Scanner dabei zu haben. Und plötzlich gibt er – zur Verblüffung der nichtsahnenden Gäste – knarrende Laute von sich, wenn die Fledermäuse auf der Jagd nach Insekten durch den Garten flattern.

© Markus Hofmann

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