Ist Naturschutzarbeit gut für die Gesundheit?

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Soll man Menschen, denen es gesundheitlich schlecht geht, hinaus in die Natur schicken, um Bäume zu pflanzen, Biotope zu pflegen oder den Wald von Abfall zu befreien? Befördern solche sinnvolle Arbeiten eine gute Gesundheit? Bewahrt einem das Frösche-über-die-Strasse-Tragen vor Herzkreislauferkrankungen?

Es gibt eine Reihe von Untersuchungen, die zeigen, dass umweltbezogene „Outdoor“-Aktivitäten neben den betreffenden Biotopen auch den involvierten Menschen gut tun. Man kommt in Kontakt mit Gleichgesinnten, hilft mit seiner als nützlich erachteten Arbeit nicht nur der Umwelt, sondern stärkt auch den Bezug zur Gemeinde, in der man lebt, und man betätigt sich körperlich. Dies alles scheint gesund zu sein. Eine „win-win“-Situation: gut für Mensch und Natur.

Doch quantiativ belegen lässt sich das (bisher) nicht.

Eine systematische Überprüfung von Daten, die einen Zusammenhang zwischen physischer und mentaler Gesundheit sowie der Teilnahme an Aktivitäten, die der Umwelt zugute kommen, zum Inhalt haben, zeigt: Ein positiver Effek auf die Gesundheit und das Wohlbefinden lässt sich nicht beweisen. Nur begrenzt lassen sich positive Auswirkungen auf die gesundheitliche Eigenbefindlichkeit, die Lebensqualität oder das Niveau der körperlichen Betätigung aufzeigen. Und es gibt auch Nebenwirkungen: geistige Ermüdung und Angstgefühle (Studie hier: „Participation in environmental enhancement and conservation activities for health and well-being in adults“).

Solche ernüchternden Befunde halten dennoch viele Menschen nicht davon ab, sich mit eigener Muskelkraft für eine Verbesserung der biologischen Vielfalt einzusetzen. Im Kanton Zürich etwa haben in den vergangenen 5 Jahren rund 600 Freiwillige in über 16’000 Arbeitsstunden mehr als 125 neue Nischen für die Natur geschaffen. Nachdem der Zürcher Vogelschutz seine Mitglieder dazu aufrief, die Ärmel hochzukrempeln, um etwas gegen Artenrückgang zu unternehmen, wurden an allen Ecken und Enden des Kantons Teiche aufgewertet, Trockenmauern gebaut oder Kirchtürme mit Holzkästen versehen, damit Fledermäuse darin hausen können (alle Projekte finden sich hier). Am 2. Juli 2016 werden die Projekte gefeiert.

Ein Fest ist der Gesundheit bestimmt nicht abträglich.

© Markus Hofmann

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