Reissaus vor dem Feuerwerk

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Zunächst versuchen sie, sich auf dem Baumwipfel niederzulassen. Doch dann erfolgt der nächste Knall, der zwischen Üetli- und Zürichberg hin- und hergeworfen wird. Die beiden Graureiher starten durch und fliegen zwei Meter über uns, die wir auf der Dachterrasse stehen, in Richtung Wald. Hinter den Graureihern steigen Dutzende von Raketen empor und entladen ihre bunte und ohrenbetäubende Fracht. Das „Züri-Fäscht“, das grösste Volksfest der Schweiz, bietet seinen Hunderttausenden von Gästen das erste von insgesamt drei Riesenfeuerwerken an diesem Wochenende.

Dass Hunde und Katze empfindlich auf Feuerwerk reagieren, wissen die meisten Tierhalter aus eigener Erfahrung. Während der Knallerei sperren sie ihre Haustiere in einen ruhigen Raum oder verlassen den Ort des Geschehens. Doch wie reagieren Wildvögel auf Grossfeuerwerke? Das Abfeuern von Petarden ist ein übliches Mittel in der Landwirtschaft, um Vögel zu vergrämen. Einen ähnlichen Effekt hat daher wohl auch das Abbrennen von Feuerwerk.

Viele Untersuchungen dazu gibt es noch nicht. In den Niederlanden konnte gezeigt werden, dass in der Silvesternacht Vogelschwärme in die Flucht getrieben wurden. Das panische Verhalten kann in der Folge zu vermehrten Kollisionen mit Immobilien führen. In den USA verzeichnete man in Silvesternächten ein Massensterben an Vogelschlafplätzen. Der Ornithologe Martin Weggler nahm sich dem Thema in Zürich an. Er wollte wissen, welchen Effekt das Silvesterfeuerwerk auf überwinternde Wasservögel im unteren Zürichsee-Becken hat. Weiterlesen →

Müll mindert Reiselust

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Das menschliche Nahrungsangebot macht Weissstörche zu Standvögeln.

Wieso in die Ferne reisen, wenn das Überlebensnotwendige gleich unter den eigenen Flügeln liegt?

Weissstörche gehören zu den Zugvögeln; sie brüten in nördlichen Gefilden und ziehen im Winter, wenn die Nahrung knapp wird, in den Süden. So hat man es zumindest beobachtet, und so steht es in den einschlägigen Fachbüchern. Doch nun hat sich das Verhalten der Weissstörche innert kurzer Zeit stark verändert. Offene Mülldeponien veranlassen die Störche dazu, ihr Zugverhalten einzustellen. Forscher der University of East Anglia haben mithilfe von den Tieren aufgeschnallten Ortungsgeräten erstmals nachweisen können, dass Störche Europas gar nicht mehr ziehen, sondern teilweise zu Standvögeln geworden sind (Studie hier). Weiterlesen →