
Es kann nicht anders sein: Vögel müssen doch Spass am Fliegen haben!
Sogleich ertönt die Warnung: Anthropomorphismus! Wir können nicht von uns Menschen auf nicht-menschliche Wesen schliessen. Eine solche Vermenschlichung ist unseriös!
Andererseits: Den Tieren solche Emotionen abzusprechen, scheint auch nicht in Ordnung zu sein. Wenn wir uns weigern, Tieren menschenähnliche Emotionen zuzuschreiben, könnten wir Grundlegendes in deren Verhalten übersehen, meinte der Verhaltensbiologe Frans de Waal: Er nannte dies „anthropodenial“.
Nun, eine Möglichkeit, die hitzige Anthropomorphismus-Debatte zu umgehen, ist schlicht, die Sache zu untersuchen: Empfinden Vögel beim Fliegen positive Emotionen?
Jorg J. M. Massen et. al. von der Universität Utrecht sind der Frage nachgegangen. Auf drei verschiedenen Ebenen – Verhalten, Kognition, Physiologie – haben die Forscher den emotionalen Zustand von Vögeln nach dem Fliegen näher angeschaut und ihn mit dem Zustand verglichen, in dem die Vögel nicht fliegen konnten. Als Versuchstiere dienten ihnen 17 Rosakakadus (Eolophus roseicapilla) im Vogelpark Avifauna in den Niederlanden. Die Studie ist in „Behaviour“ erschienen.
Weiterlesen