Verdacht auf vergiftete Wanderfalken – was tun?

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Im Visier fanatischer Taubenzüchter: Wanderfalke.

Am Boden liegen ein toter Wanderfalke und eine leblose Taube. Oder man findet – abseits von Gebäuden mit grossen Fenstern, mit denen Vögel zusammengestossen sein könnten – mehrere verendete Greifvögel. Oder man beobachtet eine Taube, die einen eigenartig und unnatürlich verschmutzten Nacken aufweist – pink-, violett-, blau- oder grünfarbig. Oder eine Taube flattert – möglicherweise in der Nähe eines Taubenschlags – unbeholfen umher, da ihre Flügel- oder Schwanzfedern kupiert sind. Dann ist der Griff zum Telefon angezeigt: Polizei (Tel. 117) und BirdLife Schweiz (Tel. 0444577020, wanderfalke@birdlife.ch) sind zu informieren. Denn möglicherweise liegen Fälle von vorsätzlicher Vergiftung von Greifvögeln vor. Ein Offizialdelikt, dem die Ermittlungsbehörden nachgehen müssen. Weiterlesen

Der Komodowaran – PSY der Reptilienwelt

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Nach ihm wird auf Wikipedia am meisten gesucht: nach dem Komodowaran.

Adeles Superhit „Hello“ ist bisher auf Youtube 1,5 Milliarden mal aufgerufen worden, „Gangnam Style“ von PSY gar über 2,5 Millarden mal. Solche Zahlen bedeuten Beliebtheit. Und was für Musiker gilt, sollte doch auch auf Reptilien zutreffen, dachten sich Forscher der Universitäten von Oxford und Tel Aviv. Und so untersuchten sie, welche Reptilien im Jahr 2014 am meistens ins Suchfeld der Online-Enzyklopädie Wikipedia eingegeben wurden. Sie nahmen insgesamt 10’002 Artikel und deren Anklickraten unter die Lupe. Weiterlesen

Einblick in die Fledermauswelt dank Maschinen

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Nächtlicher Ausflug von Fledermäusen. (Bild: Cliff Cooper)

Um zu wissen, was fehlt, muss man eine Ahnung davon haben, was überhaupt da ist. Bei nachtaktiven Fledermäusen ist das gar nicht so einfach. Doch zum Glück geben Fledermäuse Laute von sich, um sich zu orientieren. Teilweise liegen die Echolotungen im Hörbereich des Menschen, andernfalls kann man sie dank Technik hörbar machen.

Allerdings sind die Rufe der Fledermäuse nicht in allen Fällen leicht voneinander unterscheidbar. Doch nun ist es gelungen, eine Methode zu entwickeln, die ein erstaunlich gutes Ergebnis bei der Bestimmung von Fledermäusen erzielt. Weiterlesen

Schmetterlinge im Schatten

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Das Grosse Ochsenauge schlägt sich gut: Es stellt an seine Umwelt keine allzu grossen Ansprüche.

Zum Frühlingsanfang eine gute und eine schlechte Notiz.

Zuerst die gute. In den Anden Ecuadors fand man viel mehr Spanner – eine Familie der Schmetterlinge – als bisher angenommen. Im untersuchten Gebiet von rund 25 Quadratkilometer Grösse zwischen 1020 und 3021 Meter über Meer gingen den Forschern 1857 verschiedene dieser Nachtfalter in die Lichtfalle. Zuvor bekannt waren „lediglich“ 1010. Weltweit gibt es ca. 26’000 Arten von Spannern.

Und nun die schlechte Nachricht – aus unseren Breitengraden. Zwischen 1840 und 2013 ist die Anzahl an Schmetterlingsarten in der Region um Regensburg in Bayern deutlich zurückgegangen.  Von den 117 Arten, die 1840 dokumentiert wurden, sind heute noch 71 übrig. Vor allem die Spezialisten unter den Schmetterlingen sind verschwunden, während die Generalisten ihre Bestände vergrössern konnten. Auch die Einrichtung von Naturschutzgebieten vermochte diese Entwicklung nicht ernsthaft aufzuhalten. Weiterlesen

Den Schönen gehört die Wissenschaft

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Da schmilzt das Forscherherz: Koalas stehen in der Gunst der Wissenschaft ganz oben.

Sie machen einen grossen Teil der Säugetierarten Australiens aus. Doch erforscht, geschweige denn geschützt, werden sie kaum. Und dies aus einem Grund: Weil sie hässlich sind. Von 331 in Australien lebenden Säugetieren gehören 45 Prozent zu den „Hässlichen“. Aber lediglich etwas mehr als ein Zehntel der Studien, die sich mit den australischen Säugetieren beschäftigen, haben die Hässlichen, zu denen vor allem einheimische Fledermäuse und Nagetiere zählen, zum Thema. Zu diesem Schluss kommen Patricia A. Fleming und Philip W. Bateman in ihrem Aufsatz: „The good, the bad, and the ugly: which Australian terrestrial mammal species attract most research?“ in der Mammal Review.

Zu den „Guten“ gehören die bekannten – und beliebten – tierischen Aushängeschilder Australiens: Natürlich die Koalas, die Kängurus, die Schnabeltiere und Ameisenigel. An diesen interessiert die Wissenschaft in erster Linie die Physiologie, die Anatomie oder auch die Taxonomie. Kein Wunder bei Säugetieren, die Eier legen oder ihre Jungen im Beutel aufziehen. Weiterlesen