Massenaussterben – übrig bleiben nur Worte

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Der Dodo, Ausschnitt eines Bildes von Mansur (Hermitage, St. Petersburg)

Manche Dodos sollen einfach sitzen ge- / Blieben sein, sich mit Stöcken erschlagen lassen haben

Wir befinden uns mitten im sechsten Massenaussterben. Die natürliche Aussterberate wird derzeit um das 1000-Fache überschritten. Arten verschwinden, bevor wir sie überhaupt kennengelernt haben. Andere rafft es vor unserer eigenen Haustüre hinweg. Der Hauptgrund für das „übernatürliche“ Aussterben: der Mensch.

Diesem redet der Dichter Mikael Vogel ins Gewissen. Seinen neuesten Gedichtband „Dodos auf der Flucht“ widmet er ausgestorbenen sowie vom Aussterben bedrohten Tieren – und ein ganzes Kapitel dem titelgebenden Dodo, dem sagenumwobenen Vogel, der Ende des 17. Jahrhunderts auf Mauritius, wo er heimisch war, endgültig von dannen ging. Von Menschen eingeschleppte Ratten, Affen und Haustiere machten dem flugunfähigen Vogel den Garaus. Weiterlesen

Ein Jahr hinter den Churer Wölfen her

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Der Naturfotograf Peter Dettling auf der Suche nach den Wölfen am Calanda. (Screenshot Trailer „Einmal um die Sonne mit den Calanda Wölfen“)

Auch ein missglücktes Unterfangen kann zu einem erfreulichen Ergebnis führen. Eigentlich wollte der Bündner Naturfotograf Peter Dettling 2013 für das Schweizer Fernsehen das Leben einer Wolfsfamilie am Calanda dokumentieren. Doch wer Wölfe in der Wildnis beobachten will, braucht nicht nur viel Glück, sondern auch viel Geduld. Das weiss auch Dettling, der sich auf das Fotografieren von Wölfen spezialisiert hat (allerdings nicht in der Schweiz, sondern in Kanada, seiner zweiten Heimat).

Wenig überraschend scheiterte daher der zehntägige Ausflug mit dem Schweizer Fernsehen in die Berge bei Chur. Doch Dettling wollte den Calanda noch nicht verlassen. Und es lohnte sich: Kaum war das Filmteam abgereist, vernahm Dettling das Geheul junger Wölfe. Weiterlesen

Wie steht es wirklich um Europas Vögel?

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(Bild: EBBA2)

903 Seiten dick und über drei Kilogramm schwer: Der erste europäische Vogelatlas war nicht nur haptisch ein herausragendes Werk, sondern auch wissenschaftlich. Denn zum ersten Mal zeigte er auf, welche Brutvogelarten in ganz Europa wie häufig anzutreffen waren. Dieser Atlas war Grundlage, um den Gefährdungsgrad von Vogelarten zu bestimmen und daraus Schutzmassnahmen abzuleiten. Zudem diente er der Forschung, zum Beispiel um den Einfluss des Klimawandels auf die Verbreitung der Vögel zu erkunden. 513 Arten sind in diesem Buch aufgeführt mit Verbreitungskarten, Häufigkeitstabellen sowie kurzen erläuternden Texten zu den Befunden. Als Zeichen der kulturellen Vielfalt Europas sind die Artnamen zudem in 14 Sprachen angegeben.

Bei allen Superlativen bleibt ein gravierendes Problem: Der Vogelatlas ist in die Jahre gekommen. 1997 erschient er. Die Daten, mit denen er gefüttert wurde, stammen sogar aus den späten 1980er Jahren. Zudem klaffen in Osteuropa grosse Lücken. Es ist also höchste Zeit für eine Neuauflage, haben sich doch in den vergangenen drei Jahrzehnten Landschaft und Klima in Europa stark gewandelt. Um neue Schutzmassnahmen einzuleiten oder bestehende anzupassen, sind gute Informationen notwendig. Die Daten dafür soll ein neuer europäischer Vogelatlas liefern.

Weiterlesen bei den Flugbegleitern

 

Fremde Pflanzen im Bundeshaus

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Schweizer Bundeshaus in Bern.

Im Nationalrat des Schweizer Bundeshauses versammeln sich nicht nur die Nationalräte, sondern manchmal auch die Ständeräte – dies immer dann, wenn die Vereinigte Bundesversammlung einberufen wird; zum Beispiel bei der Wahl eines Bundesrates. Die Ständeräte, die die Kantone vertreten, nehmen auf den ihnen zugewiesenen Plätzen an der hinteren Saalwand Platz. Über den Ständevertretern prangen die jeweiligen Kantonswappen, prächtig geschnitzt in Eichenholz, und oberhalb der Rückenlehnen sind ebenso kunstvolle Flachschnitzereien angebracht.

Dazu heisst es in der offiziellen Broschüre über das Parlamentsgebäude: „Die Rücklehnen der Sitze hat der Deutsche Ferdinand Huttenlocher mit Schnitzereien einheimischer Blumen und Tiere kunstvoll verziert.“

Einheimische Blumen im Schweizer Parlament. Das ergibt Sinn. Doch es trifft nicht zu. Weiterlesen

Ich gab neues Leben – und malte

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Adolf Dietrich: Raben und Elstern in Winterlandschaft, 1934

„Mich fesselte das Kleine, das Detail: das Spiel des Lichtes in den Krallen eines Krähenfusses, die schimmernden Schuppen im Hochzeitskleid einer Eidechse, das nuancenreiche Farbenspiel der Härchen im Felle eines erlegten Marders, der mir in seiner toten Schönheit so leid tat. Ich gab ihm neues Leben und – malte ihn.“

Adolf Dietrich 1877-1957 Weiterlesen

Wat’n dat? – Frust und Lust der Watvogel-Beobachtung

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Steinwälzer am Strand.

Es war die totale Überforderung. Alleine – und zum ersten Mal ohne sachkundige Hilfe – stand ich am Ufer des Wattenmeers. Das auflaufende Wasser drängte Dutzende, nein, Hunderte von Vögeln auf einer immer kleiner werdenden Fläche zusammen. Mit ihren Schnäbeln stocherten die Vögel hektisch im noch nicht vom Wasser bedeckten Sand nach Nahrung. Ich zielte mit dem Fernglas mitten in das Gewühl und versuchte zu erkennen, um welche Arten es sich handelte. Dort leuchtete etwas Rotbraunes auf, hier war ein schwarzer Bauch zu erkennen, hier identifizierte ich einen langen, dort einen kurzen Schnabel. Alpenstrandläufer? Knutts? Pfuhlschnepfen? Uferschnepfen? Weiterlesen

Ein fauler Gärtner ist ein guter Gärtner

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Auch mal was wachsen lassen: Die Artenvielfalt in Zürcher Gärten ist erstaunlich hoch. (Bild: Markus Hofmann)

Wild wachsen in der Stadt Zürich rund 1200 verschiedene Pflanzenarten. Schaut man sich nur die Gärten an, kommt man auf 1070 Arten. Die Hälfte davon findet wegen ihrer Blütenpracht Eingang in die Gärten. 17 Prozent wachsen ohne menschlichen Einfluss, und 13 Prozent sind Nahrungspflanzen.

Diese Zahl erhoben Biologen im Rahmen des Forschungsprojekts BetterGardens. Damit sollen die ökologischen und sozialen Funktionen von Gärten erfasst werden. Erste Resultate des Projekts, das Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll, liegen bereits vor. Sie sollen dazu dienen, die Grünflächen in den Städten zu erhalten. Die WSL und das FiBL leiten die Forschungen. Weiterlesen

Natur trotz Gift: Aus dem Ödland gibt es kein Entrinnen

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„Wasteland Ecology“: Ausschnitt aus einer Fotografie von Jennifer Colten. (Bild M. Hofmann)

Die amerikanische Landschaftsfotografin Jennifer Colten sucht nicht das offensichtlich Schöne. Sie fährt für ihre Bilder nicht in die vermeintlich unberührte Natur, zum Beispiel in die der Nationalparks. Sie schaut sich dort um, wo man Natur zuletzt suchen würde. Dort, wo sie verseucht ist. Dort, wo Industrien die Böden vergiftet haben.

Für ihre Bildserie „Wasteland Ecoloygy“ hat Colten Gebiete entlang des Mississippi aufgesucht, rund um St. Louis und Illinois Metro East. In diesen Industrieregionen erwartet kaum jemand blühende Landschaften. Und doch: Colten entdeckt und dokumentiert eine filigrane, aber widerstandsfähige Vegetation. Ihre Bilder zeigen die Schönheit versehrter Natur, die sich ihren Platz gegen alle Widrigkeiten zurückerobert. Aber: Die Fotografien sind beklemmend. Weiterlesen