Honigbienen-Stau: Es braucht Regeln für die Imkerei in Städten

Auch für Honigbienen gilt: Mass halten. (Bild: Pixabay)

Bereits im vergangenen Jahr tauchten die städtischen Honigbienen in den Umweltnotizen auf. Gerade in der Schweiz ist es sehr en vogue, in den Städten Honigbienen zu halten. Doch diese verdrängen als Nahrungskonkurrentinnen die Wildbestäuber. Aus diesem Grund empfiehlt die IG Wildbiene, die städtische Imkerei zu reduzieren.

Eine neue Studie der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL bestätigt dies nun. In Bezug auf die bestehenden Nahrungsressourcen sei die Dichte an Bienenstöcken in 14 untersuchten Schweizer Städten gegenwärtig so hoch, dass nicht mehr von einer nachhaltigen Imkerei gesprochen werden könne.

In den vergangenen Jahren hat sich die Zahl an Bienenstöcken in Schweizer Städten fast verdreifacht. Waren es 2012 noch 6,46 Bienenstöcke pro km2, sind es 2018 bereits 10,14 pro km2 – oder in absoluten Zahlen: aus 3139 Bienenstöcken wurden 9370.

Die städtischen Grünräume genügten wohl gerade noch, um den gegenwärtigen Honigbienen-Bestand zu erhalten, schreiben die Forscher. Halte das Wachstum in der Stadt-Imkerei aber unverändert an, könne dies zu einer Herausforderung für die Honigbienen – geschweige die Wildbestäuber – werden.

Sie empfehlen deshalb, die städtische Imkerei zu regulieren. Wie bei anderen Nutztieren (und nichts anderes sind Honigbienen) sind gewisse Haltungsvorschriften notwendig. So könnte man etwa einen gesetzlichen Mindestabstand zwischen den Bienenstöcken festlegen. Auch sollte man Orte ausscheiden, die für Wildbienen besonders wichtig sind. Ohnehin muss den Grünräumen in Städten Sorge getragen werden, damit für alle Bestäuber genügend Ressourcen vorhanden sind.

© Markus Hofmann

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