Hühner, nichts als Hühner: Das Nutzgeflügel bringt in der Schweiz 15-mal mehr auf die Waage als die Wildvögel

15.000 Tonnen: So viel beträgt geschätzt die Biomasse der Hühner in der Schweiz. (Bild: Pixabay)

Vom Menschen gezüchtete Nutztiere haben die Wildtiere schon lange überflügelt.

Schaut man nur mal die Säugetiere an, so beträgt der Faktor 15: Die Biomasse der Schweine, Rinder, Schafe und aller anderen Säugern unter den Nutztieren ist weltweit fünfzehnmal grösser als diejenige der wilden Säugetiere.

Was das Grössenverhältnis betrifft, sieht es bei den Vögeln in der Schweiz ganz ähnlich aus. Dies haben Peter Knaus und Nicolas Strebel von der Schweizerischen Vogelwarte Sempach ausgerechnet. Ihre Studie ist soeben im Ornithologischen Beobachter erschienen (Band 119, Heft 1, 2022; noch nicht online).

Wildvögel: 6 Prozent

So schätzen die beiden Ornithologen die Masse der Brutvögel (rund 20 Millionen Individuen) in der Schweiz auf 1100 Tonnen. Fast ein Drittel des Gewichts machen Ringeltaube, Amsel und Rabenkrähe aus. Demgegenüber steht das Nutzgeflügel mit rund 16.000 Tonnen (ca. 12,5 Millionen Individuen). 15.000 Tonnen gehen alleine zulasten der Hühner.

Anders ausgedrückt: Lediglich 6 Prozent der gesamten Vogelbiomasse in der Schweiz sind Wildvögel. Noch in den 1990er Jahren waren es immerhin 8 Prozent.

Weltweit sieht die Verteilung anders aus. Da ist die Biomasse des Nutzgeflügels 2,5-mal höher als jene der Wildvögel. In der Schweiz dominieren die Hühner die Vogelwelt also noch stärker als sie dies global ohnehin tun (siehe dazu die Umweltnotiz „Überall Hühner: Das Anthropozän steht im Zeichen des Huhns“).

Zuwachs dank Waldvogelarten

Interessant sind die Veränderungen der letzten Jahre. Der Bestand der Brutvögel in der Schweiz hat in der Vergleichsperiode von 1993-1996 und 2013-2016 um eine Million Paare zugenommen. Vor allem Waldarten wie Mönchsgrasmücke, Zaunkönig, Buchfink, Amsel und Tannenmeise konnten ihre Bestände vergrössern. Bei den Siedlungs- und Kulturlandarten gingen die Bestände allerdings zurück.

Auch die Biomasse der Brutvögel wuchs in dieser Zeit – und zwar um ca. 20 Prozent. Bei diesem Zuwachs fallen vor allem Ringeltaube, Rabenkrähe, Amsel, Singdrossel, Elster, Kormoran, Mäusebussard, Saatkrähe und Mönchsgrasmücke ins Gewicht. Zum Vergleich: In den letzten 20 Jahren hat die Masse des Nutzgeflügels um 40 Prozent zugenommen, also deutlich mehr als bei den Wildvögeln.

© Markus Hofmann

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