Der Bestand des Wanderfalken nimmt wieder ab: Daran schuld ist nicht nur der Mensch. Auch ein anderer Vogel hat es auf den rasanten Jäger abgesehen

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Der Wanderfalke: ein Jäger, der selbst gejagt wird.

Ab den 1960er Jahren fand die Katastrophe statt. Der Bestand des Wanderfalken (Falco peregrinus) brach damals in der Schweiz wie in vielen anderen Ländern regelrecht ein. Der Wanderfalke stand kurz vor dem Aussterben. Schuld daran war der Einsatz von Bioziden. Nachdem einzelne Pestizide verboten und der Wanderfalke geschützt wurde, ging es mit dem rasanten Jäger wieder bergauf. Ab den 1970er Jahren erholten sich die Bestände. Doch in den letzten Jahren ist erneut ein Rückgang feststellbar (Studie hier). Wie meistens steckt der Mensch dahinter. Doch nicht nur: Ein weiterer Grund dafür ist ein sehr starker Vogel.

Der grösste natürliche Feind des Wanderfalkens ist der Uhu (Bubo bubo). Der schnelle, aber kleine Falke hat gegen die grosse und sehr kräftige Eule keine Chance. Bis in die 1980er Jahre war der Uhu in der Schweiz ausserhalb der Alpen kaum mehr aufzufinden. Doch nun kommt er zurück, auch dank Schutzmassnahmen und Wiederansiedlungen. Was die Brutplätze betrifft hat der Uhu ähnliche Vorlieben wie der Wanderfalke: Er bevorzugt schwer zugängliche Steilwände. Wo also der Uhu brütet, da ist für den Wanderfalken nicht gut Kirschen essen.

Neben der Prädation durch den Uhu macht dem Wanderfalken in der Schweiz aber auch die Liebe der Menschen zu den Tauben zu schaffen. Tauben gehören ins Beuteschema des Wanderfalken. Und dabei macht er keinen Unterschied zwischen wilden und gezüchteten Tauben. Es gibt nun Hinweise darauf, dass einige Taubenzüchter Greifvögeln mit Gift den Garaus machen, um ihre Tauben vor Falkenangriffen zu bewahren. Vor kurzem wurde ein solcher Greifvogel-Hasser in Zürich zu einer bedingten Freiheitsstrafe sowie einer Geldbusse verurteilt. Sind die Wanderfalken-Populationen eher klein, wie dies in der Schweiz in vielen Regionen der Fall ist, kann der Verlust nur eines Tieres durch Vergiftung fatale Folgen für den Bestand haben.

Und schliesslich kommt der Mensch dem Wanderfalken auch beim Ausüben seiner Freizeitaktivitäten in die Quere: seien es Kletterer, Gleitschirmflieger – oder Vogelfotografen, die den Brutplätzen zu nahe kommen.

 

© Markus Hofmann

 

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