Vogelbestände in der Schweiz: Schlecht sieht es im Kulturland aus, gut im Wald

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Verschwunden: Der Grosse Brachvogel brütet nicht mehr in der Schweiz.

Die Buchvernissage findet zwar erst Mitte November statt. Doch mehrere Wochen, bevor das Buch erhältlich ist, bietet die Schweizerische Vogelwarte Sempach Einblick in die Resultate einer ihrer aufwendigsten Publikationen der letzten Jahre: Der neue „Schweizer Brutvogelatlas“ wird aufzeigen, wie sich die Vogelbestände zwischen 1990 und 2016 verändert haben. Der letzte Atlas erschien vor 20 Jahren.

Zwischen 2013 und 2016 haben neben dem Team der Vogelwarte über 2000 Freiwillige die Brutvögel der Schweiz aufgespürt und gezählt. Einige Befunde sind nun bereits bekannt (siehe dazu „Artenförderung Vögel Schweiz“, Rundbrief 22, August 2018; Jahresbericht „Vogelwarte 2018“; „Wo sind die Vögel hin?“, Tages-Anzeiger).

→ Häufige Arten wurden häufiger, bedrohte Arten wurden noch seltener.

→ Besonders stark zurückgegangen sind Vögel des Kulturlandes: zwischen 1990 und 2016 um 60 Prozent. Ein deutlicher Hinweis auf die starke Intensivierung der Landwirtschaft und die noch mangelhafte Förderung der Biodiversität. Gar „katastrophal“ sehe es für die Vögel im Grünland aus, schreibt die „Vogelwarte“. Alle Wiesebrüter hätten „massive Bestandseinbrücke“ erlitten.

→ Positiv ist der Trend im Wald: Dort nahm der Bestand in derselben Zeitperiode um 25 Prozent zu. Der naturnahe Waldbau scheint sich zu bewähren. Und die Zunahme der Waldfläche kommt selbstverständlich auch den Waldvögeln zugute.

→ Fünf Vogelarten sind in den letzten 60 Jahren aus der Schweiz verschwunden: Von der Haubenlerche, dem Schwarstirnwürger, dem Raubwürger, dem Grossen Brachvogel sowie dem Rotkopfwürger fand man nun keine Bruten mehr. Und Bekassine, Ortolan sowie Rebhuhn stehen am Abgrund; ihre Bruten kann man an einer Hand abzählen.

→ Das Podest der häufigsten Vogelarten der Schweiz nehmen ein: Buchfink, Mönchsgrasmücke, Rotkehlchen.

→ Das Porträt eines Wiedehopfs wird den Brutvogelatlas zieren. Diese Vogelart fand in einer öffentlichen Abstimmung die grösste Zustimmung.

©Markus Hofmann

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