Seegurken fehlt die Lobby

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Vor allem in Asien ein Leckerbissen: Seegurken.

Die Flossen von Haifischen, das Fleisch, die Eier und der Panzer von Meeresschildkröten: Vor allem im asiatischen Raum sind dies äusserst begehrte Produkte. Und die hohe Nachfrage bedroht die Bestände der jeweiligen Arten. Doch immerhin: Man spricht darüber – und die naturschützerischen Aufrufe finden zumindest teilweise Anklang.

Anders sieht es hingegen bei den Seegurken aus. Diese haben schlicht keine Lobby, die sich für sie einsetzt. Und so landen Tausende von ihnen in Asien – vor allem in China – als Leckerbissen auf den Tellern. Aufgrund der Überfischung gelten einige Seegurken-Arten als gefährdet.

Seegurken sind – anders als man es hierzulande vielleicht vermuten könnte – ziemlich wertvoll. Sie werden auch Trüffel der Meere genannt. Der Export nach China lohnt sich. Für ein Kilo erhalten die Händler zwischen 10 und 600 Dollar. Zudem ist es ziemlich einfach, sie zu ernten. Für manche ärmere Gemeinschaften bilden die Seegurken eine wichtige Einnahmequelle. Vietnamesische Fischer wildern nun in fremden Gewässern, etwa in Neukaledonien oder Australien, um an die kostbare Ware zu gelangen.

Um sowohl die Verdienstmöglichkeiten als auch die Seegurken-Arten nicht zu gefährden, müssten daher nachhaltige Formen der Ernte entwickelt werden. Auch Versuche, die Seegurken in Aquakulturen zu züchten, sollten angepackt werden, um den Druck auf die wildlebenden Arten zu verringern.

Seegurken gehören zu den Stachelhäutern. Rund 1200 Arten von ihn kommen vor. In der Nahrungskette spielen sie eine wichtige Rolle – vergleichbar mit derjenigen des Regenwurms in der Erde. Sie rezyklieren Nährstoffe, was Korallen und Algen zugutekommt.

© Markus Hofmann

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