Der Wiedehopf mag es chaotisch: Dank eigenbrötlerischer Weinbauern kehren seltene Vögel in die Bündner Herrschaft zurück

„Da ist doch etwas!“, ruft Christian Obrecht. Der Weinbauer aus Jenins im Kanton Graubünden hat ein beneidenswert gutes Auge. In rund 50 Meter Entfernung, etwas versteckt hinter noch laublosen Rebstöcken, schimmert ein heller Fleck auf einem Mäuerchen. Der Blick durch das Fernglas bestätigt die Vermutung. Orange-bräunliche Brust, schwarz-weiß gestreifte Flügel und die unverkennbare Federhaube: ein Wiedehopf.

Der Wiedehopf ist zu einem Aushängeschild des Weinbaugebiets in der Bündner Herrschaft geworden. Bis in die Mitte des letzten Jahrhunderts war er in der Schweiz noch verbreitet gewesen. Doch Flurbereinigungen und die Intensivierung der Landwirtschaft führten zu einem starken Rückgang nicht nur des Wiedehopfes, sondern auch vieler anderer Vogelarten.

Dank verschiedener Projekte hat sich der Bestand des Wiedehopfes in den vergangenen Jahren wieder etwas erholt – auch in der Bündner Herrschaft zwischen Fläsch und Malans. Das hat sich rumgesprochen. Hobby-Ornithologinnen und -Ornithologen kommen hierher, um den prächtigen Vogel zu beobachten.

Sergio Wellenzohn führt häufig Naturinteressierte durch die Weinberge. Der Präsident des Vogelschutzvereins von Landquart hat sein Fernrohr neben Weinbauer Obrecht auf einem Stativ aufgebaut und nimmt den Wiedehopf in den Fokus. Er mahnt zur Verschwiegenheit. Der genaue Standort soll nicht preisgegeben werden: „Wir wollen vermeiden, dass die Vögel bei der Brut gestört werden.“

Fortsetzung bei Zeit Online.

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