Meine Stadt – meine Vögel: der Alpensegler

Mitte September, und sie sind immer noch da. Noch kosten sie die letzten warmen und insektenreichen Tage aus. Weit oben jagt eine Gruppe von Alpenseglern lärmend durch den Himmel.

Für Segler-Enthusiasten wie mich sind Alpensegler ein Seelentröster. Denn während die Mauersegler, diese ausgesprochenen Sommervögel, es nur gerade drei Monate bei uns aushalten, schaffen es die Alpensegler doppelt so lang. Schon gegen Ende März kommen die ersten hierher aus Südafrika. Und die letzten verlassen uns erst wieder im Oktober.

Die Alpensegler sind die grossen Brüder und Schwestern der Mauersegler. Wie diese sind sie fast ständige Stadtbegleiter. Am Morgen rasen die Alpensegler den Hirschengraben auf Dachhöhe hinunter. Für die Alpensegler muss das eine steinige Schlucht sein. Am Abend dann fegen sie über den Bahnhof hinweg, immer in der Nähe ihrer Nistplätze. Die ganz noblen unter ihnen haben sich am Wahrzeichen von Zürich eingerichtet, am Grossmünster. Eine weitere Kolonie hat sich gleich gegenüber niedergelassen, hinter dem Ziffernblatt der Fraumünster-Kirche.

In der Schweiz profitieren die Alpensegler vom Bautrieb der Menschen. Aus den Bergen sind die meisten von ihnen in die Siedlungen gezogen und breiten sich dort derzeit aus.

Aber bald wird es wieder stiller. Die kräftigen Triller verstummen für ein halbes Jahr.

© Markus Hofmann

(Bild: Lefteris Stavrakas – Βουνοσταχτάρα Alpine Swift Tachymarptis melba, CC BY-SA 2.0, commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=66012392)

(Aufnahme Rufe Alpensegler: Marco Dragonetti, Xeno Canto)

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