Das Symbol gegen das Aussterben ist in der Schweiz angekommen

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Das Symbol gegen die Ausrottung: eine Sanduhr (Bild: Extinction Rebellion)

Leise rieselt der Sand. Unbemerkt verschwinden Arten von der Erde – für immer. Das ist nichts Ungewöhnliches. Die meisten Pflanzen-, Pilz- oder Tierarten (Menschen inbegriffen) werden voraussichtlich irgendwann einmal aussterben. Ältere Schätzungen gehen aufgrund von Fossilienfunden davon aus, dass innerhalb von 100 Jahren 0,1 bis 1 Art von 10’000 Arten aussterben (oder jährlich 0,1 bis 1 Art von 1 Million Arten). Dies ist das sogenannte Hintergrund-Aussterben, das auf natürliche Weise vonstatten geht.

Neuere Berechnungen zeigen ein anderes Bild. Die Rate des Hintergrund-Aussterbens falle deutlich höher aus. Bei Säugetieren sehe die Rechnung wie folgt aus: Innerhalb von 100 Jahren stürben 2 von 10’000 Säugetierarten aus.

Aber: Die effektive Aussterberate ist viel höher. Laut einer vor kurzem veröffentlichten Studie, unter anderem verfasst von Paul R. Ehrlich, sind im vergangenen Jahrhundert 100 mal mehr Wirbeltiere ausgestorben, als dies natürlicherweise der Fall gewesen wäre.

Der Biologe Paul R. Ehrlich vertritt die Ansicht, dass wir bereits ins Zeitalter des sechsten Massensterbens eingetreten sind.* Die Ursache? Der Mensch, wie er in diesem Video erläutert.

Auf das durch den Menschen verursachte Massensterben machen nicht nur Wissenschafter, sondern auch Umweltschutzorganisationen seit längerem aufmerksam. Seit mehreren Jahren taucht nun auch ein Symbol im öffentlichen Raum auf: Es zeigt einen Kreis, in dem sich eine eckige Acht befindet. Der Kreis steht für unseren Planeten, die eckige Acht stellt eine Sanduhr dar. Denn für viele Arten läuft die Zeit (zu) rasch davon.

Die Symbol-Erfinder fordern dazu auf, das Zeichen möglichst weit zu verbreiten, um so den Menschen den rapiden Verlust an Biodiversität vor Augen zu führen. Zu Beginn sah man das Symbol vor allem in Grossbritannien und den USA. 2018 formierte sich dann die „Extinction Rebellion“, ebenfalls in Grossbritannien. Dieser Protestbewegung ging es nicht mehr nur um den Artenverlust, sondern auch um den Kampf gegen die Klimaerwärmung.

Sie zog von Land zu Land – und ist nun auch in der Schweiz angekommen. Ende letzten Jahres zogen „Rebellen“ durch Bern. Und am Samstag, 13. April, soll in Bern eine grosse Demonstration auf dem Bundesplatz in Bern stattfinden.

Für die Demonstranten ist klar: Die Sanduhr muss schleunigst umgedreht werden.

(* Die fünf bisherigen Massensterben: 1. Massensterben: vor 445 Millionen Jahren (Ordovizium; Eiszeit). 2.: vor 377 Millionen Jahren (Devon; Absinken der Lufttemperatur und des Meeresspiegels). 3.: vor 251 Millionen Jahren (Perm; etwa 96 Prozent aller Meereslebewesen und 70 Prozent der an Land lebenden Tiere und Pflanzen sterben aus, möglicherweise extremer Klimawandel durch Austritt von Lava verursacht). 4.: vor 200 Millionen Jahren (Trias; gewaltige Freisetzung von Magma). 5.: vor 66 Millionen Jahren (Kreide-Tertiär-Grenze; möglicherweise Meteoriteneinschlag.)

© Markus Hofmann

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