Bartgeier-Ausstellung mit bester Aussicht

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Die Zierde der Ausstellung: Ein präparierter Bartgeier. Wer Glück hat, erspäht einen lebenden  Gypaetus barbatus rund um den Torre Belvedere im Oberengadin. (Bild: Markus Hofmann)

Am 24. Juni kam die schlechte Nachricht. BG960 ist tot. Das Bartgeier-Weibchen, geschlüpft in einer spanischen Aufzuchtstation am 2. März dieses Jahres, ausgesetzt am Pfingstmontag anfangs Juni bei der Melchsee-Frutt, hat einen Sturz nicht überlebt. Ja, auch Vögel, vor allem junge, können abstürzen. Auch wenn dieser Tod ein bedauerlicher Verlust ist, der Wiederansiedlung der einst ausgerotteten Bartgeier im Alpenraum tut er keinen Abbruch. Ohnehin: 12 Prozent aller ausgesiedelten Bartgeier überleben das erste Lebensjahr nicht. Seit 1986 wurden über 200 Bartgeier in den Alpen ausgesetzt, in der Schweiz sind es über 40. Derzeit besiedeln wieder bis zu 250 Bartgeier den Alpenraum. Wer mehr über die früher auch Lämmergeier genannten Vögel mit einer Spannweite von knapp drei Metern erfahren will, kann dies nun in Maloja tun. In einer kleinen, aber spektakulär gelegenen Ausstellung.

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Die Ausstellungsmacher haben einen Bartgeier-Horst in Originalgrösse nachgebaut. (Bild: Markus Hofmann)

Im Torre Belvedere in Maloja ist die Sonderausstellung von Pro Natura Graubünden noch bis zum 22. Oktober zu sehen. Nun ist der Torre Belvedere kein übliches Museum, sondern Teil einer Burg, die der belgische Graf Camille Frédéric Maximilian de Renesse Ende des 19. Jahrhunderts baute. Von der Burg steht nur noch der Turm sowie ein paar Ruinen der Nebengebäude. Vom Dach auf 22 Meter Höhe geniesst man einen Blick nicht nur ins Oberengadin, sondern auch ins Bergell. Wie auf der Kante eines Riffs steht der Turm, senkrecht geht es von dort hinab ins Bergell und nach Italien. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gehört der Turm samt umliegendem Naturschutzgebiet mit Mooren und Gletschertöpfen der Umweltschutzorganisation Pro Natura.

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Früher hatte der Bartgeier einen schlechten Ruf. Man verdächtigte den „Lämmergeier“ Nutztiere zu jagen. Doch der Bartgeier ernährt sich vornehmlich von Knochen toter Huftiere. (Bild: Markus Hofmann)
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Der Torre Belvedere liegt in einem abwechslungsreichen Naturschutzgebiet von Pro Natura. (Bild: Markus Hofmann)
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Blick vom Torre Belvedere in Maloja ins Oberengadin. (Bild: Markus Hofmann)
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