Eine globale Premiere: London wird zur National Park City

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Die Weltstadt London zeichnet sich durch eine hohe biologische Vielfalt aus. Das soll so bleiben. (Bild: Zdravko Batalic/Pixabay)

Wieso kann die Grossstadt London eigentlich kein Nationalpark sein, fragte sich der ehemalige Geographie-Lehrer und heutige „Guerilla Geographer“ Daniel Raven-Ellison 2013. Kann es Nationalparks nur draussen auf dem Land geben?

Nein, war seine Antwort: Machen wir aus London eine „National Park City“!

Nach Jahren der Überzeugungsarbeit und Vorbereitung ist es nun soweit. Am 22. Juli 2019 ist der offizielle Launch der „London National Park City“. London wird damit zum Nationalpark – und wird es wiederum nicht.

Die 8,8-Millionen-Stadt wird nämlich nicht in die Reihe der bestehenden Nationalparks aufgenommen. Eine National Park City ist etwas Neues, etwas, das es in dieser Form weltweit noch nicht gegeben hat.

Denn klar ist: In London können nicht dieselben Regeln gelten können wie zum Beispiel an der Südwestküste von Wales. Die National Park City wird daher auch nicht über Planungsmacht verfügen. Diese bleibt bei den Behörden und dem Bürgermeister, der den städtischen Nationalpark unterstützt.

Die Parkinitianten rund um Raven-Ellison sehen sich als eine Graswurzel-Bewegung, die die Haltung der Menschen verändern will: Die Stadt soll als ein Ort wahrgenommen werden, der nicht nur voll von Menschen verschiedenster Herkunft und reich an kulturellen Schätzen ist, sondern der sich auch durch eine hohe Biodiversität auszeichnet, die es zu erhalten und fördern gilt.

„It’s a landscape that’s home not just to nearly nine million people, but there are as many trees. We share this city with 15’000 other species of wildlife, and I don’t think that urban life is worth any less than that life that we see in maybe those more distant places from cities“, sagte Raven-Ellison gegenüber der CNN.

Arten, die auf dem Land in Bedrängnis geraten oder gar ausgestorben sind, finden in den wachsenden Städten neue Habitate. Daher wird es nicht nur für die Menschen, sondern auch für die nicht-menschlichen Lebewesen von existenzieller Bedeutung sein, wie in Zukunft städtischer Raum genutzt und gestaltet wird. Unter dem Dach von London National Park City sollen alle diejenigen Menschen Platz finden, die sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Mensch, Tier und Pflanzen einsetzen.

Und es gibt einiges zu tun: Denn London ist nicht nur eine wirtschaftlich sowie kulturell höchst bedeutsame, sondern auch eine vergleichsweise grüne Weltstadt. Immerhin sind 60 Prozent von Greater London unbebaut, 47 Prozent der Gesamtfläche (1569km²) machen Grünland aus. Es gibt dort drei Millionen Gärten, 3000 Parks, 142 Naturreservate und sogar zwei Naturreservate von nationaler Bedeutung.

Mir gefällt dies Idee der National Park City. Sie erlaubt es, Städte unter dem Aspekt des Zusammenlebens von Mensch und Natur neu zu sehen und zu denken.

Nun denn, worauf warten wir? Gründen wir einen Nationalpark Zürich!* Ich bin dabei.

 

*Einen Wildnispark gibt es ja bereits: wildnispark.ch

© Markus Hofmann

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